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Hamburg, den 28.ten Jan. 1791.
Fünf volle Monathe sind nun schon verflossen, seitdem ich
die Rheinufer verließ. Wenn Sie aus der Art, wie ich
mich
damals an Sie drängte, aus der frohen Stimmung, in die
mich jede
Aeußerung Ihres Vertrauens und Ihrer liebevollen
Zuneigung versezte, auf
am rechten RandWärme und Herzlichkeit des Charakters
in mir
schlossen, so muß es Ihnen jezt um so
räthselhafter sein, daß Sie seit fünf
Monathen keine
Zeile von mir sahen, daß ich eine Erlaubniß nicht
benuzte, die Sie mir selbst freiwillig ertheilten. Nicht
jugendliche
Eitelkeit allein (von der ich mich übrigens nur zu
wenig frei fühle!)
sondern die Empfindung, durch die Ach-
tung
guter und edler Menschen geehrt zu sein, läßt
mich wünschen, daß Ihnen mein
Stillschweigen nicht gleich-
gültig und
unbemerkt gewesen ist. Ich möchte die Schuld
gern vermehren, weil ich es
doch nicht unternehme,
mich zu rechtfertigen. In der That, mein Bester, die
Ursa-
chen meiner Nachlässigkeit sind so
einfach, daß sie gewiß
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