Editorischer Kommentar

Dieses Vortragsmanuskript über den Artenreichtum des Berliner Botanischen Gartens stellte dessen Vize-Direktor Carl Sigismund Kunth Humboldt für die dritte Auflage der Ansichten der Natur zur Verfügung. Humboldt veröffentlichte darin einen Teil dieses Manuskripts seines „vieljährigen Freundes und Mitarbeiters“ (Humboldt 1849, II, 140–142). Es wird hier erstmals vollständig wiedergegeben.

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| 2rerscheinen, wenn man erwägt, daß wir von vielen
der größten Familien z. B. den Guttiferen, Malpig-
hiaceen, Melastomeen, Myrtaceen, Rubiaceen[,]
kaum den 100ten Theil, von den Gräsern blos
den 10ten Theil, u. s. w. cultiviren. Eine ungefähre
Abschätzung der in Decandolle und Walpers
aufgeführten Compositen ergiebt circa 10.000 Arten,
wovon wir etwas mehr als 1500, also etwa den 7ten
Theil in unsern Gärten aufzuweisen haben.

Um jedem Mißverständnisse vorzubeugen, wieder-
hole ich nochmals, daß, wenn ich den hiesigen Garten
für den wichtigsten erkläre, es sich hier blos um die
Zahl der gleichzeitig vorhandenen Pflanzen handelt,
und daß damit keinesweges gesagt sein soll, daß
nicht andere botanische Gärten in Deutschland, Belgien,
Holland, Frankreich und England oft schönere und
seltnere Exemplare besitzen als wir, nicht eine
Menge von Pflanzen aufzuweisen haben, welche uns noch
fehlen, nicht in Hinsicht der Treibhäuser prächtiger
ausgestattet sind, als der unsrige, aber ich wiederhole

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Zitierhinweis

Kunth, Carl Sigismund: Vortrag über die Artenvielfalt des Berliner Botanischen Gartens. Berlin, 27. Dezember 1846 (Auszug), hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 11.05.2022. URL: https://edition-humboldt.de/v8/H0015190/2r


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