Nicht lesbare Zeichen und Schäden

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In der Vorlage nicht lesbare Zeichen oder Wörter werden mit entsprechender Kodierung erfasst. Die Gründe für die Nichtlesbarkeit können sowohl Schäden am Textträger als auch unleserliche Schreibung sein.

Zu unterscheiden sind nicht lesbare Wörter von schwer lesbaren Wörtern, die mit einer unsicheren Lesart transkribiert werden können.

edition humboldt digital

Nicht lesbare Wörter oder Textstellen entstehen häufig durch Streichungen des Autors, die den Ursprungstext so stark abdecken, dass darunterliegende Wörter nicht mehr entzifferbar sind:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Mittwoch, [26. August 1844 – 30. Oktober 1844] , Bl. 2r


Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Mittwoch, [26. August 1844 – 30. Oktober 1844] , Bl. 2r – Webansicht


Seiten oder Blätter, die zerstört oder verloren und den BearbeiterInnen nicht bekannt sind, werden einzeln und mit entsprechender Foliierung erfasst (siehe Foliierung und Paginierung). Schadhafte oder fehlende Stellen im Manuskript werden als „zerstört/verloren“ angezeigt, ihr Umfang kann oftmals nur anhand des umliegenden Schriftbildes oder des Textinhaltes geschätzt werden:

Alexander von Humboldt: Tagebücher der Amerikanischen Reise I, Bl. 1r


Alexander von Humboldt: Tagebücher der Amerikanischen Reise I, Bl. 1r – Webdarstellung der fehlenden Stelle


Seiten, die im Manuskript vorhanden sein müssten, aber aufgrund eines Textverlust fehlen, müssen foliiert werden. Es eignet sich eine Foliierung, die den vermutlichen Dokumentzusammenhang andeutet. Bsp.: Textverlust zwischen der fortlaufenden Foliierung 15r/v und 16r/v:
<pb n="16r_a"/>

Lassen sich plausible Aussagen über die Hintergründe für den Textverlust machen oder ein möglicher Zusammenhang rekonstruieren, wird der Textverlust kommentiert:

 <pb n="16r_a"/>
 <p><seg type="comment">
         <orig><gap unit="pages" quantity="1" reason="lost"/></orig>
         <note xml:id="nl1w_lwx_43b" resp="#CG">Die hier herausgerissenen zwei
             Blätter beginnen mit einem Rückblick auf die Erzählungen Forsters.
             Die spätere, in der Randnotiz festgehaltene Einsicht, dass Forster
             nicht von Teneriffa, sondern von Madeira erzählt hat, könnte ein
             Grund für die nachträgliche Entfernung der Seiten gewesen
             sein.</note>
     </seg></p>

Kodierung

Nicht lesbare Zeichen oder Zeichenketten im Manuskript werden mit dem leeren Element <gap/> ausgezeichnet. Im Attribut @unit wird das nicht lesbare Segment näher bestimmt:

Das Attribut @reason gibt den Grund der Unleserlichkeit an:
Grund der Unleserlichkeit Wert für @reason
Zerstörung/Verlust lost
unleserlich illegible
durch Überschreibung/Überzeichnung schwer leserlich covered

Sind Anzahl der Zeilen, Wörter etc. der Lücke bekannt, können Sie mit Hilfe von @unit und @quantity notiert werden. Ansonsten entfallen sie ersatzlos.

Nicht lesebares Segment Wert für @unit
Zeichen chars
Zeilen lines
Seiten pages
Wörter words

Im Attribut @quantity wird die Anzahl der nicht lesbaren Zeichen, Zeilen etc. notiert.

<gap reason="illegible" unit="words" quantity="3"/>a beaucoup baissé

Falls ein Zeichen (oder eine Zeichenkette) durchgestrichen ist und nicht entziffert werden kann, wird es sowohl mit <del> kodiert als auch mit <gap/>.

oft <del rendition="#s"><gap reason="illegible" unit="chars" quantity="5"/></del> dann wieder

Zerstörte oder verlorene Seiten werden einzeln erfasst:

<pb n="1r"/><gap reason="lost" unit="pages" quantity="1"/>

Hinweis: Ebenfalls mit <gap/> ausgezeichnet werden vorhandene, aber leere Seiten sowie Auslassungen durch die HerausgeberInnen.