Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise I

Der erste Band der Amerikanischen Reisetagebücher schildert Humboldts Weg von der Abreise in Spanien über den Besuch der Kanaren bis zur Landung in Cumaná (heute Venezuela) und dem Aufenthalt dort (1799/1800). Die Vielzahl der gesammelten Daten, Abhandlungen zu Pflanzengeographie, Botanik, Geowissenschaften, Klima, Wirtschaft und Handel, Protokolle von Experimenten sowie Begegnungen vor Ort, die Verwendung seinerzeit modernster Instrumente und mathematischer Methoden lassen nicht nur den unermüdlichen Forscher Humboldt und seine typische Wissensorganisation sichtbar werden. Sie sind auch für die Biodiversitäts- und Klimaforschung heute von hohem Wert.

Herausgegeben von Carmen Götz und Ulrike Leitner

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Biblioteka Jagiellońska, Krakau (Handschriftenabteilung)

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Alexander von Humboldt

Isle de Cube. Antilles en général

Auf 37 Seiten und angeklebten Zetteln notierte Alexander von Humboldt Erkenntnisse über die Sklaverei und skizzierte Analysen zu Wirtschaft, Bevölkerung, Gesellschaft und Politik. Das Tagebuchfragment stammt von seinem zweiten Aufenthalt auf Kuba 1804. Es markiert den Beginn von Humboldts intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema Sklaverei; eine Menschheitsfrage, die ihn bis zu seinem Lebensende beschäftigen sollte. Die Aufzeichnungen liegen hier erstmals in einer wissenschaftlichen Edition vor.

Herausgegeben von Ulrike Leitner, Piotr Tylus und Michael Zeuske

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise II u. VI

Humboldt hat im Tagebuch II und VI thematisch sehr heterogene Hefte zusammenbinden lassen. Der Band – eine Art »Varia« der Expeditionsjahre – enthält u. a. die Beschreibung der Reise von Paris nach Marseille und Toulon (1798), die Expedition von Cumanà nach Caripe (1799), den Besuch der durch Humboldt berühmt gewordenen Guácharo-Höhle, astronomische Beobachtungen auf dem Apure und auf dem Orinoco, den Aufenthalt auf Kuba (1800–1801) und in Quito (1802) sowie umfangreiche Aufzeichnungen zur Italien-Reise, die Humboldt nach der Rückkehr nach Europa 1805 zusammen mit seinem Freund, dem Chemiker und Physiker Gay Lussac, unternahm.

In Arbeit

Bereits veröffentlicht:

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise III

Die Schilderungen der Reise im dritten Tagebuch-Band knüpfen direkt an die Ausführungen des ersten Bandes an. Im Zentrum steht die Weiterreise entlang der Küste von Nueva Barcelona bei Cumaná nach Caracas, Calabozo und zum Río Apure (1800). Nach der Besteigung des Silla im Januar brechen Humboldt und Bonpland von Caracas auf zur Orinocoreise.

Wie so häufig in seinen Schilderungen ist Humboldts Blick auf Natur und Menschen gleichermaßen genau: Kritisch äußert er sich über die dramatische soziale Lage der verarmten und zum Teil versklavten indigenen und schwarzafrikanischen Bevölkerung; scharf geht er mit den sozialpolitischen Widersprüchen und moralischen Abgründen der spanischen Missionare ins Gericht. Berühmt wird später sein hier aufgezeichnetes Experiment mit lebendigen Zitteraalen. Daneben finden sich Beobachtungen zum Gelbfieber, zu den chemischen Eigenschaften der Kaffeepflanze sowie zur Geologie und Flora Südamerikas.

In Planung

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise IV

Band IV ist das eigentliche »Tagebuch vom Orinoco« und setzt chronologisch die Aufzeichnungen aus Band III fort (mit dem er ursprünglich in einem Band verbunden war). Die abenteuerliche Reise führt aus den „Llanos de Caracas“ zu den Flüssen Apure, Orinoco, Atabapo, Negro, Casiquiare und Esmeralda (Februar bis Mai 1800). Am 5. April setzt die Reisegruppe beim Bocca de Tortuga vom Ufer ab auf den Orinoco und kommt wenige Minuten später beim Kentern der Lancha beinahe ums Leben: „Unsere Rettung war eine Art Wunder! Die Empfindung im Aufrichten, die Rükkehr zum Leben war sehr, sehr schön. […] Alle Bücher, alle MSS. im Wasser, zum Glük gute Dinte, und daher alles lesbar. Doch mühsam zu troknen.“

Ausführlich geht Humboldt auf die lokalen Kulturen der Flussvölker ein (die Felszeichnungen am Orinoco, das Pfeilgift Curare, die Lebensweisen der Kariben und Otomaken); genauso berühmt wie umstritten ist die Episode rund um die Knochenhöhle Ataruipe.

In Planung

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise V

Zurückgekehrt nach Cumaná warten Humboldt und Bonpland einige Zeit darauf, nach Kuba übersetzen zu können. In der Zwischenzeit werden zahlreiche astronomische Beobachtungen zur Ortsbestimmung während der Reise berechnet, Flußkarten vollendet und Pflanzensammlungen sortiert. Auf dem Weg nach Havanna notiert er am 6. Dezember 1800: „Alles, was man in Europa von Sklavenbehandlung sagt, ist überaus wahr. Man kann nichts übertreiben, so schändlich ist diese Behandlung. In Europa geht man aufs Land, um stille Freuden zu genießen. Hier hört man Ketten rasseln - und man spricht vom Glück von Jamaica, vom Glanz von S. Domingo. Wer ist, wer war da glücklich … Alles unnatürliche verschwindet in der Welt, und es ist nicht natürlich, daß ein paar Felsinseln so viel hervorbringen.“

Ähnlich wie das Tagebuch II und VI ist Band V eine Zusammenstellung verschiedener Hefte zur Reise. Auch die Exkursion von Dresden über Prag nach Wien und Salzburg zwischen Juni 1797 und April 1798 hat Humboldt hier einbinden lassen. Die knapp fünfzig Seiten zeigen einen jungen Wissenschaftler in Vorbereitung auf die erhoffte Weltreise: In den Ostalpen und im Salzkammergut übt er sich im Umgang mit Instrumenten, in der Erfassung und Notation von meteorologischen Daten sowie von Orts- und Höhenbestimmungen. Er experimentiert mit chemischen Verfahren, die im Feld mit einfachen Mitteln durchführbar sein sollten, und holt den Rat erfahrener Forscher und Instrumentenbauer ein.

In Planung

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise VII a et b

Nach der Rückkehr aus Kuba wird in Tagebuch VII a et b zunächst die Reise auf dem Río Magdalena beschrieben (21. April bis 15. Juni 1801). Eine Station ist der Ort Mompós. Hier seziert Humboldt Krokodile und studiert ihre Anatomie, die Skizzen fließen in sein späteres anatomisches Werk ein.

Auf seiner Reise durch das Vizekönigreich Neu-Granada trifft Humboldt auf eine Bevölkerung im Aufbruch: „Überall hört man von der nueva Philosophia reden; so nennt man den Inbegriff der neueren Physik, Mechanik, Astronomie. Die amerikan. Jugend ist in einer inneren Gemüthsbewegung, welche man in Spanien nicht kennt. Alles klagt über das Joch u den Unsinn der Peripatetiker u will die Fesseln abschütteln welche die Mönche der Vernunft setzen. Selbst unter den Mönchen gibt es Neuerer …“.

Neben die Schilderung der Reise durch Turbaco, Cartagena, Honda, Bogotá, das Quindíu-Gebirge, die Andenkordillere und Quito finden sich Kurzportraits von Reisebegleitern und bekannten Persönlichkeiten wie Carlos Montúfar, José Celestino Mutis und Francisco José de Caldas.

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise VII bb et c

Der Band VII bb et c ist das umfangreichste aller Tagebücher. Ausführlich werden die Reisestationen in Quito und Lima behandelt. Einige von Humboldts berühmtesten Bergbesteigungen finden sich hier: der Cotopaxi, die Pichincha-Gipfel und natürlich der Aufstieg auf den Chimborazo. Kurz vor dem Ziel muss er wegen schlechter Witterung abbrechen: „Notre séjour à cette immense hauteur était des plus triste et lugubre. Nous etions eveloppés dans une brume qui ne nous laissait voir que par intervalle les abimes qui nous entouraient. Aucun etre vivant, aucun insecte, pas même le Condor qui à Antisana planait au-dessus de nos tetes, vivifiait les airs.“

Er besucht die Chinarindenwälder bei Loja, reist zu den Bergwerken von Hualgayoc und kritisiert die technischen Mängel und sozialen Missstände im kolonialen Bergbauwesen. In Cajamarca lernt Humboldt die Nachkommen des letzten Inka-Herrschers Atahualpa kennen. In der Nähe von Trujillo sieht er die Ruinen der von den Inkas zerstörten Chimu-Stadt Chanchán.

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise VIII

Auf den letzten Stationen von Lima nach Guayaquil studiert Humboldt das pazifische Klima, insbesondere die kalten Meereströmungen entlang der peruanischen Küste (später – gegen seinen Willen – „Humboldt-Strom“ genannt). Die Aufzeichnungen in Band VIII markieren das Ende der südamerikanischen Etappe. Es folgt die Weiterreise in den Norden: Ausführlich beschreibt Humboldt die fast fünfwöchige Seereise zum Hafen von Acapulco. Der einjährige Aufenthalt im Vizekönigreich Neu-Spanien (das spätere Mexiko) prägt Humboldt: die Gebirgs- und Pflanzenwelt, das Klima der Hochebene, die Silberbergwerke in Taxco, die Inspektion der Bergwerke, der Besuch der akademischen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Hauptstadt. Im Juni 1803 untersucht Humboldt die mehr als 500 Manuskripte der konfiszierten Sammlung präkolonialer Bilderhandschriften des Mailänders Lorenzo Boturini im Archiv des vizeköniglichen Sekretariats und macht sich ausführliche Notizen.

Daneben prägen das Tagebuch zahlreiche politische Kommentare: kritisch äußert sich Humboldt zu den Arbeitsbedingungen in den Silberbergwerken, zum Übel des Kolonialismus in den amerikanischen Territorien, zum europäischen Festhalten am System der Sklaverei, zur Willkürherrschaft der Missionare, zur überall sichtbaren sozialen Ungleichheit im Vizekönigreich.

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Alexander von Humboldt

Tagebuch der Amerikanischen Reise IX

Ähnlich wie Band VIII ist auch das Tagebuch IX geprägt von den Aufzeichnungen zur mexikanischen Reiseetappe im Jahr 1803–1804. Humboldt besichtigt die bereits in der kolonialen Frühphase von den Spaniern angelegte Entwässerungsanlage (Real Desagüe) von Mexiko-Stadt und macht Vorschläge zu ihrer baulichen Verbesserung. Erneut prägen politische Urteile die Notate: die Lebensverhältnisse der indigenen Weber, der Umgang mit den Arbeitern in den Grubenanlagen von Guanajuato, ein langes Exzerpt zu einem Bericht des Erzbischofs an den spanischen König zur Lage der »Indios«. Ausführlich kommt der Besuch des noch aktiven vulkanischen Jorullo-Geländes zu Wort, die dort angefertigten Skizzen und Zeichnungen erscheinen später in drei verschiedenen Atlanten.

Kurz schildert Humboldt die Seereise von Veracruz nach Havanna sowie von dort nach Philadelphia. Das Tagebuch endet am 22. Mai 1804 mit Überlegungen zum Kalken von Schiffen, um die Gefahr von Epidemien zu verringern. Vor den Toren von Philadelphia hält er fest: „Nous n’avions jamais été en quarantaine. C’est le moment ou l’on commence le plus a se detester à bord. Tout le monde se cherche chicane. L’Hopital de Lostridge parait tres beau.“

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Biblioteka Jagiellońska, Krakau (Handschriftenabteilung)

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Alexander von Humboldt

Journal de Mexique à Veracruz

Das Journal der Reise von Mexiko-Stadt nach Veracruz ist neben dem sogenannten »Kuba-Tagebuch« Isle de Cube das zweite, vormals verloren geglaubte Tagebuchfragment aus den Krakauer Beständen des Humboldt-Nachlasses. 2005 in einer von Ulrike Leitner herausgegebenen Edition erstveröffentlicht, wird das Tagebuch in einer überarbeiteten Fassung in das Publikationsmodell der edition humboldt digital integriert.

Als Zeugnis der Reise ist es wie das gesamte Tagebuchkorpus von großem Wert für die Forschung. Die hier festgehaltenen Aufzeichnungen beziehen sich auf die Reiseabschnitte zwischen dem Abschied aus Mexiko-Stadt im Januar und der Ankunft in Veracruz im März 1804. Ausführlich schildert Humboldt seine Studien zur Pyramide von Cholula und misst von hier die Höhen verschiedener Berggipfel des mexikanischen Hochgebirges (u.a. Popocatépetl, Iztaccihuatl, Pico de Orizaba). Seine Route führt ihn von Puebla über Amosoque, Acajete, Pinar und Ojo del Agua Richtung Perote. Zur Verbesserung seiner kartographischen Daten unternimmt Humboldt zahlreiche barometrische Höhenmessungen, insbesondere rund um Jalapa. Am 7. März schifft sich Humboldt mit seinen Begleitern im Hafen von Veracruz ein, um zum zweiten Mal nach Havanna zu segeln.

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