Kommentar Carmen Götz
Vgl. in der Instrumentenliste des Reiseberichts (Relation historique): Plusieurs thermomètres de Paul, de Ramsden, de Megnié et de Fortin (Humboldt 1814–1825, I , 59); ein Renardsches Thermometer findet sich nicht darunter.

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| 10v18 ter
, welches Wilhelm so lange gehabt (es ist mir dar-
um so lieb) in den weißen Sand. Fast hätte
ich es darüber eingebüßt. Denn eine Basaltkuppe
mit   Kommentar Ulrike Leitner
Hyalit, Glasopal.

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Müllerschem Glase
überzogen, ließ mich nach
ihr hineilen u wie mühsam mußte ich suchen, ehe
ich mein Thermometer fand. Ich schreibe alle diese
kleinen Umstände mit Sorgfalt nieder, weil sie
(der erste Schritt auf nicht europ. Boden) ewig die-
selbe Wichtigkeit für mich haben werden, als die innerhalb der Zeiledie
erste Kinderreise vom Lande in die Stadt. Die Me-
resluft
ein  Pied: Längenmaß (Frankreich), 30 Pied entsprechen 9,74 m30 F. von der Küste hatte  Réaumur: Temperaturmaß, 16 Réaumur entsprechen 20,00 °C16°[,] die Land-
luft ein  Pied: Längenmaß (Frankreich), 50 Pied entsprechen 16,24 m50 F. landeinwärts aber  Réaumur: Temperaturmaß, 22 Réaumur entsprechen 27,50 °C22°[,] im Sande stieg
mein Thermometer auf  Réaumur: Temperaturmaß, 32 Réaumur entsprechen 40,00 °C32°Anmerkung des Autors (am linken Rand) im schwarzen Sand
 Réaumur: Temperaturmaß, 42 Réaumur entsprechen 52,50 °C42°.
[,] gewiß sehr merkwürdig, so nahe
u so groß der Wärmeunterschied u doch wehte der
Wind  über der Zeile v. dem Lande obgleich schwach u die Küste war flach.
Wirkung des reflexes des festen Landes u der Schwär-
ze u Eisenhaltigkeit des Basaltes, der viel Wärme-
stof verschlukt u die nahen Luftschichten erwärmt.
Der Fischer zeigte uns[,] daß wir nicht auf Lancerotte stan
den, sondern auf  am linken Rand ⎡der nordöstlichen
Küste der
Graziosa u daß ein Kanal zwischen
beiden durchging an dessen  über der Zeile nördl. südlichem Eingang die Sa-
linen lagen. Wir standen in einer Ebene de am
Fuß des hohen Sattelberges,   Kommentar Ulrike Leitner
Die Profilskizze mit dem Sattelberg y; vgl. die Anm. zu Bl. 9r.

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den ich gezeichnet
— eine
schaudervolle Wildniß. Der Boden bestand[,] so weit das
Auge reichte[,] aus dunkelschwarzem sehr zerklüftetem Basalt[,]
der an der Oberfläche verschlackt am linken Rand⎡mit Müller-
schem Glase
überzogen
war. Kein Baum, kein
Strauch, keine Daerde, ein neues dem Meere abge-
wonnenes Land.   Kommentar Carmen Götz
Beide Flechtenarten wurden von Humboldt in seiner ersten botanischen Monographie Florae Fribergensis specimen ausführlich beschrieben; vgl. Humboldt 1793, 21 (Nr. 32), 15 (Nr. 20).

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Lichen hispidus u L. parietinus
bedekte
hier u da den heißen Fels u bereitet Damerde für eine
kömmende Pflanzenwelt. Der Basalt bildet Klippen im
Meere an dem die Wogen hochaufschäumten u vor
denen der Fischer uns warnte. Geschiebe[,] welche von dem
Sattelberge herabgerollt waren, zeigten[,] daß derselbe Ba-
salt das ganze Gerippe dieser Felsinseln bilde. Er
war theils dicht, fast erdig, dünnschalig springend u dann
klingend, mit wenigem eingemengten blättrigen Olivin
ohne Hornblende. Von dem Olivin fanden wir sehr
schöne  Pouce: Längenmaß (Frankreich), 0,5 Pouce entsprechen 1,35 cm½ Zoll breite Stükke[,] die an den Bruch-
stükken einen dreifachen Durchgang der Blätter

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Zitierhinweis

Humboldt, Alexander von: Voyage d’Espagne aux Canaries et à Cumaná Obs. astron. de Juin à Oct. 1799 [= Tagebücher der Amerikanischen Reise I], hg. v. Carmen Götz und Ulrike Leitner unter Mitarbeit von Sandra Balck, Linda Kirsten, Ulrich Päßler, Eberhard Knobloch, Oliver Schwarz, Laurence Barbasetti und Regina Mikosch. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 9 vom 04.07.2023. URL: https://edition-humboldt.de/v9/H0016412. Folio: https://edition-humboldt.de/v9/H0016412/10v


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