1808

H. lernt in Paris August von Hedemann (1785–1859) kennen, der wohl zum Gefolge des Prinzen Wilhelm gehört. Hedemann heiratet 1815 Adelheid von Humboldt (1800–1856), eine Tochter von Wilhelm und Caroline von Humboldt.

06. Januar 1808

H. speist bei dem französischen Schatzminister François Nicolas Comte de Mollien (1758–1850) in Paris; anwesend: Voght, Frau Mollien, der französische Schriftsteller Joseph Joubert (1754–1824) und der französische Staatsmann Dominique Vivant Baron Denon (1747–1825).

17. Januar 1808

14 Uhr, H. stellt Voght dem Prinzen Wilhelm vor.

14. Februar 1808

Gemeinsam mit Gay-Lussac führt H. hygrometrische Versuche aus.

19. Februar 1808

H. am Abend in Paris bei Touston; anwesend u.a. Talma und Voght.

29. Februar 1808

H. liest im „Institut“ über die „réfractions dans la zone torride“ (Fortsetzung 7.3.; Schluß 14.3.).

10. Mai 1808

H. ißt zu Mittag beim russ. Gesandten Graf Tolstoj, anwesend: Baron Dégérando und Voght.

12. Mai 1808

H. frühstückt bei Baron Dégérando in Paris, anwesend: Voght, der russ. Legationsrat Karl Robert Graf Nesselrode und der Besitzer einer Baumwollspinnerei für Blinde namens Herrmann.

17. Mai 1808

H. speist um 17 Uhr bei Baron Dégérando. Anwesend u.a.: Voght, der französische Naturforscher Joseph Philippe François Deleuze (1753–1835), der französische Historienmaler François André Vincent (1747–1816), das Ehepaar Montbrisson sowie die englische Schriftstellerin Frances d'Arbly, geb. Burney (1752–1840).

01. Juni 1808

H. mit Prinz Wilhelm in Sèvres bei Paris; er kehrt am nächsten Tag nach Paris zurück.

05. Juni 1808

H. ißt zu Mittag bei dem französischen Schriftsteller Jean Baptiste Antoin Suard (1734–1817), er verspätete sich wegen eines Unfalls von Gay-Lussac; anwesend: Voght, der Astronom Jean Baptiste-Joseph Delambre (1749–1822), der Physiker Jean Baptiste Biot (1774–1862) und der Anatom Georges Cuvier (1769–1832).

18. September 1808

Prinz Wilhelm verläßt Paris. Damit endet H.s diplomatischer Auftrag. Er behält bis April 1827 seinen festen Wohnsitz in Paris, um sich unter Mitarbeit zahlreicher Gelehrter und Künstler der Herausgabe seines Reisewerks und anderen wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen sowie um eine (in der ursprünglich geplanten Form nicht verwirklichte) asiatische Forschungsreise vorzubereiten. Das Erscheinen des großen amerikanischen Reisewerks zieht sich von 1805 bis 1835 hin. Es umfasst 34 Bände: Abt. 1 (Relation historique) 7 Bände; Abt. 2 (Zoologie) 2 Bände; Abt. 3 (Neuspanien) 3 Bände; Abt. 4 (Astronomie) 3 Bände; Abt. 5 (Pflanzengeographie) 1 Band; Abt. 6 (Botanik) 18 Bände. H. wohnt in Paris: École polytechnique, Montagne Sainte Geneviève (wohl bis März 1808; H. gibt aber auch noch danach gelegentlich „à I'École polytechnique Mtge Ste Geneviève“ als Ortsbezeichnung an); Hôtel et Rue de la Grange Battelière (ab März 1808), Rue St. Dominique d'Enfer n. 20 (B: 21.10.1808-Februar 1809).

19. November 1808

H. spricht von der Nähe seiner „Thibetanischen Expedition“ (Brief an J. F. von Cotta, 19.11.1808).

23. Dezember 1808

H. ißt zu Mittag bei dem französischen Außenminister Jean Baptiste Nompère de Champagny (1756–1834). Anwesend: Voght und der russ. Minister Graf Nikolaj Petrovic Romancov (1754–1826). H. will in zwei Jahren nach Fertigstellung seines Reisewerkes nach Tibet und ins nördliche Indien reisen. Romancov hat den Auftrag, H. die Übernahme der Reisekosten durch die russ. Regierung anzubieten, H. will jedoch aus Gründen seiner Unabhängigkeit lieber auf eigene Kosten reisen.

27. Dezember 1808

Mittagessen bei Suard in Paris, H. spricht über die Mexikaner. Anwesend: Voght und Cuvier.

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt-Chronologie. Hg. von Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://edition-humboldt.de/X0000001

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