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| 3vDie Bevölkerung der Colonie wächst seit unserer Ankunft durch Immigration mit jeder
Woche durchschnittlich um 300 Seelen, da vom August bis December über 5000 eingewandert
sind; – meist Irländer. Anmerkung des Empfängers (innerhalb der Zeile) [Die Wahl des hiesigen Hamburger Consuls, Stakemann, zum
preußischen Consul, die mit dem letzten Deutschen Schiffe hier ankam, hat hier nicht nur
keinen Anklang  über der Zeilegefunden, sondern sogar lebhaftes Mißfallen erregt, so fühlbar das Bedürfniß
eines offiziellen Vertreters Preußens war. Es ist dies um so mehr zu betauren [sic],
als das deutsche Element sich durch die größere Zahl intelligenter und tüchtiger Einwan-
derer immer mehr consolidirt und Bedeutung gewinnt, daher wohl auch der offizielle
Vertreter ein Mann sein müßte, der in allgemeinerem Ansehen stehet, als Stake-
mann
. Man spricht sogar von einer Remonstration dagegen.Anmerkung des Empfängers (innerhalb der Zeile) ]Anmerkung des Empfängers (am linken Rand) nicht
in der
geogr
Gesellsch

vorzu
lesen!

Wohl dürfen wir Euer Excellenz bitten, Seifert und Familie unsere herzlichen Grüße
zu sagen.

Mögen diese Zeilen Euer Excellenz in demselben Wohlsein antreffen, in welchem wir Sie,
verehrter Herr, verließen, und möchte uns auch hier die unendliche Freude zu
Theil werden, von Ihnen durch ein Paar Zeilen beglückt zu werden; – ja, indem ich
meinen Blick auf das Liebste der Portraits werfe, die mein kleines, selbstge-
bautes Zimmerchen schmücken, geben mir die freundlichen, milden Augen die Ver-
sicherung, daß uns diese unendliche Freude werden wird, wie wir Sie, tiefver-
ehrter Herr[,] zugleich versichern, daß auch hier unser reges Streben und Ringen
dahin gerichtet bleibt, uns der Liebe würdig zu machen, die Sie uns zugewandt, wie
es fort und fort unser Streben sein wird[,] nach unseren schwachen Kräften
zur Erweiterung des Kreises der Wissenschaften beizutragen, der in Ihnen
den großen, unerreichten Meister verehrt.

In innigster Verehrung und tiefster Hochachtung
Euer Excellenz
ergebene
Otto und Richard Schomburgk

Otto Schomburgk Buchsfelde near Gawlertown South-Australia
den 26[s]ten December.

Eben erhalte ich die Schmerzenskunde, daß am 11sten [sic] August unser guter, guter Vater der Cholera
als Opfer gefallen. Meine einzige Schwester Linna, die jetzt noch in Deutschland ist und sich bei
einem Cousin, Kaufmann Carl Schomburgk in Hamburg aufhält, wird uns künftiges Jahr  innerhalb der Zeileim
 über der ZeileApril oder Mai nachfolgen, da sie in Deutschland jetzt Niemand mehr hat, der ihr näher stünde.

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Zitierhinweis

Otto Schomburgk und Richard Schomburgk an Alexander von Humboldt. Buchfelde, 25.–26. Dezember 1849, hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Anne Greenwood MacKinney und Christian Thomas. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 8 vom 11.05.2022. URL: https://edition-humboldt.de/v8/H0019597/3v


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