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Sr Wohlgeboren
Herrn Professor Dr Ehrenberg
Ritter des Rothen Adler Ordens
Mitgl. der Kön. Akademie
der Wissenschaften
Berlin Französische Str.
n 34 od. 35
hinter der Katholischen [Kirche]
gegenüber dem
Hause der Gesellschaft
Naturforschender
Freunde
bald zu besorgen
AlHumboldt

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Die Kronprinzessin hat ihrer Mutter, der Königin von Bayern,
so viel von Ihrer Liebenswürdigkeit und dem Reichthum
Ihrer Entdekkungen gesagt, dass der Kronprinz mich
auffordert, Sie theurester Freund, auf morgen Dienstag  am linken RandMittwoch
zu Sich nach Sanssouci einzuladen. Er befiehlt
dass ich hinzusezen soll, „seine Bitte sei unbescheiden
und selbstsüchtig, denn er wünsche zugleich, dass
Sie Ihr Microscop, und die Kreidethierchen, Trippel
und, wenn thunlich, ein Paar lebendige Bestien mit-
brächten.“ Ich fürchte, dass dies alles Ihnen etwas
unbequem fällt, aber wie sollte ich den Kronprinzen
abhalten? Kommen Sie, theurer Freund, mit der
Eisenbahn um 7 Uhr früh (Dienstag morgen)  am linken RandMittwochs
so begeben Sie Sich gleich zu mir nach Charlottenhof
wo ich im Schlösschen wohne und wo wir den Morgen
zusammen zubringen können; denn das zeigen
unter dem Microscope findet erst statt etwa
um 1 Uhr. Wir essen in Sanssouci um 3 Uhr
und Sie fahren den Abend, wann Sie wollen
zurük. Ziehen Sie vor, erst mit der Eisenbahn
um halb eilf zu fahren, so kommen Sie unmittel-
bar und zuerst nach Sanssouci, wo ich Sie
erwarten werde. Fragen Sie nach dem Zimmer
des Hofmarschalls v. Meyring in den Neuen
Kammern (Sanssouci): da werde ich [Sie] dann, wenn
Sie nicht ganz früh kommen, von halb zwölf Uhr
an erwarten. So scheint es mir am bequemsten.
Also debarquiren Sie  am linken Rand⎡morgen Mittwochs vor der Eisenbahn, in Potsdam,
in einer Troschke entweder um 8 U. bei mir in
Charlottenhof, oder um halb zwölf (auch viel später,
| 2rganz wie Sie wollen) in den Neuen Kammern
bei Hofmarschall Meyrink. Es wird mir
eine grosse grosse Freude sein, einen Tag
in dieser jezt reich mit Blumen geschmükten
Gegend zuzubringen.

AlHumboldt

Charlottenhof Dienstag früh.

Bringen Sie ja auch
von Ihren troknen
Präparaten und eine
Rolle Zeichnungen und
Kupfer mit.
Runder Hut, Stiefeln
ganz gewöhnlicher
Anzug.
Versichern Sie Sich ja
der Stunden der
Eisenbahn[.]
Vielleicht schöpfen
Sie bei Potsdam
einige Infusorien
od. im Graben
bei Charlottenhof[.]

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Christian Gottfried Ehrenberg. Charlottenhof, [20. August 1839] , hg. v. Anette Wendt unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 4 vom 27.05.2019. URL: https://edition-humboldt.de/v4/H0016672


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