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Ich habe mir, weil man wissen muss unter
welchem frechen Gesindel man lebt, Herrn
Büchner’s Krafft u Stoff, zugleich
die Verherrlichung Burmeisters Karl Voigts,
Moleschotts und Wirchow (der zu uns kommt)
geliehen. Ich habe es Zeile für Zeile
gelesen und wenn Sie das Buch noch nicht
gesehen, so lesen Sie es auch in der
dritten Auflage.

Politisch ist sehr merkwürdig dass ein
Buch 3 mal hat erscheinen können
in dem Gott officieller geläugnet wird
als ich je in Deutschland gesehen,
auch beweist ein Capitel dass das
Christenthum den Fortschritten der Mensch
heit geschadet, ja dass der Zwek des
Naturstudiums sei diese beiden Punkte
(sammt der Mythe von ein bischen
Unsterblichkeit) ins klare zu sezen[.]
Behauptungen die freilich Herrn Wiese
und Min. Raumer bedenklich machen
müssen.

Dass die Neger ungeschwänzte
Affen sind wissen wir längst
durch Burmeister, weniger
durch   Bibra 1854
 [Schließen]
Bibra
(wo?) dass die Demoi
selles ein kleineres Gehirn haben
als die Männer, dass das Gehirn
vom 50st Jahre an mit zuneh-
mender Imbecilität des Jugend
greises, an Gewicht ansehnlich
abnimmt und dass da die Natur
fortfährt höhere organische Poten
zen zu entwickeln auch höhere
Wesen als die jezigen Menschen
entstehen müssen zu denen wir
uns verhalten werden wie
der jezige Mensch zum
Affen-Neger.

| 1v

Ich muss heute zur Königin nach
Potsdam wo ich bis Dienstag bleibe.
Geben Sie dem theuren Freund
nur eine neue Naturbiebel
zurük. Vielleicht aber haben
Sie dieselbe längst gelesen, wie
ich aus Ihrer lezten schönen
Rede vermuthen möchte[.]

Ihr
AlHumboldt

B. Donnerstags

Wer mag ein Dr Weigel
aus Berlin sein der
die Wiener Naturforscher
zu Telegraphie Ausgaben
veranlasst.

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Christian Gottfried Ehrenberg. [Berlin], [25. September 1856] , hg. v. Anette Wendt unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11.09.2019. URL: https://edition-humboldt.de/v5/H0016612


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