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Sie haben mir eine grosse, grosse Freude gemacht, mein edler Freund, dass Sie einmal mit logischer Strenge in das lokkere Treiben neuerer Zeit, in die sich wiederholenden Saturnalien der sogenannten Naturphilosophie gefahren sind. Ich habe viel aus Ihrer kleinen   Ehrenberg 1851

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Abhandlung
gelernt und es muss Ihnen ordentlich eine Erleichterung sein, dass Sie Sich über Bacillarien, Closterinen und einzellige Algen über das trübe Unwesen von Alexander Braun dem unartigen   Siebold 1836, I 105

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Siebold (Syngamus trachea!)
den Ammenmann, die Voramme, Uramme und Ammenstube der Steenstrup und der einzelligen Naegeli Leben haben aussprechen können; auch ist es sehr recht gewesen, die gehässig vornehme Gleichgültigkeit Leopold von Buchs und des Siebold nachbetenden Bronn’s gerügt zu haben. Nichts ist bequemer als zu verdächtigen, was man nicht beurtheilen kann. Ich werde im 4ten Theile des   Humboldt 1845-1862

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Kosmos
mich über die geognostische Wichtigkeit Ihrer in alles eingreifenden Entdekung noch lebhafter aussprechen als ich es schon Theil I pagina 267 zum grossen Aerger meines berühmten tyrannischen Freundes gethan. | 1vWenn ich bei der Verdunkelung der Atmosphaere nicht des Infusorienstaubes umständlicher gedacht, bei den Aerolithen nicht die Frage behandelt habe, ob jene Staubmischung selbst zu Entzündungen Anlass geben kann, darf Sie nicht wundern. Diese Dinge haben sich in dem instruktiven Theile factisch vorbereiten lassen (die Verdunkelungsepochen sind von mir mit grosser Wichtigkeit mühsam aufgezählt Theile III pagina 413–417 mühsamer als irgendwo anders) aber eine eigentliche Discussion gehört in Theil IV, in die Geschichte des Luftkreises und dessen, was er lebendig und abgestorben seit Jahrtausenden trägt. Sie sehen dass bei Aufführung der Ursachen der Abnahme des Tageslichts Theil IV pagina 393 ich schon vorgedeutet, des „Passatstaubes, Tintenregens, ja ihren Sandregens“ absichtlich gedacht habe. Ich kann nicht des Luftkreises erwehnen, ohne der organischen Stoffe zu gedenken deren Anwesenheit (wie Kenntniss) wir Ihren Entdeckungen verdanken, aber Eudiometrie, meteorologische Optik, Leuchten, Elektro-magnetische Gewitter müssen als ein Ganzes vorgetragen werden. Hier nur mein jeziges vorgefasstes Resultat: An Einfluss des organischen auf Aerolithen (Steinmassen) glaube ich nicht, weil das was wir von den Ausgangspuncten (unveränderlich viele Stunden lang) bei gewissen Sternen wissen ein Kommen von Aussen nothwendig macht und weil die Sterne Krystalle von Olivin, Albit, Eisenglimmer bilden, ein Bildungs Prozess der wohl nicht in dem diksten organischen Passatstaub Gewölk vorgehen kann. Ob aber nicht gewisse Sternschnuppen (die keinen bestimmten Ausgangspunkt | 2rhaben), von Passatstaub herrühren, das sind, was man ehemals sich selbst entzündende Dünste nannte, eine Art Luftirrlichter sind, ist eine andere Frage.

Mit alter Bewunderung und Liebe Ihr AlHumboldt

den 28 Januar 1852

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Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Christian Gottfried Ehrenberg. [Berlin], 28. Januar 1852, hg. v. Anette Wendt unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch und Linda Kirsten. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 7 vom 07.09.2021. URL: https://edition-humboldt.de/v7/H0016606


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