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Mit ganz ergebensten Danke
sende ich Ihnen   Bunbury 1856, Stevens 1520
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Herrn Bunbury’s
Uebersicht der Macaronesian Flora

zurück, welcher Ausdruck, wenn er
von ihm erfunden ist, ganz ange-
nehm und zweckmäßig erscheint.
Das Prognosticon des alten Drachen-
blutbaumes von Orotava, daß
er nicht noch 100 Jahre grünen werde
ist betrübend, da er  über der ZeileDenksäule  über der Zeiled Lebens als botanisches Schaustück somit ein kur-
zes Daseyn hat, indem er erst seit
Sie ihn sahen zu existiren angefangen
hat. Uebrigens wird der so voll-
ständig zu seyn sich bemühende Herr
Bunbury von seinen Landsleuten
| 1vder Unvollständigkeit angeklagt
werden was die Land-Crypto-
gamen
betrifft. Es fehlen die
zahlreichen Bacillarien, welche
Hooker und ziemlich alle schrift-
stellernden Botaniker Englands
zu den Pflanzen stellen. Ich mei-
nerseits lobe den Autor, daß
er sie vergessen, oder  über der Zeileals nicht zu den Pflzn gehörig richtig beur-
theilt  über der Zeileoder vergessen hat, denn eins von beyden
hat ihn gehindert einen Fehler zu
begehen.

Beigehend sende ich Ihnen auch
einen kleinen Aufsatz von Dr.
Karsten die kleinen sogenannten
Schlamm Vulkane bey Turbaco be-
treffend für den Fall, daß er Ihnen
unbekannt geblieben seyn sollte.
| 2rIch besitze ihn noch einmal in der
  Karsten 1851, IV, 579
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Geologischen Zeitschrift
, die Sie freylich
wohl auch zur Hand haben.

Dr. Karsten ist noch etwas südlicher
als Quito gewesen und ist jezt angestrengt
beschäftigt zur Naturforscher Versammlung
in Wien eine geognostische Uebersicht
seiner Erfahrung gemäß zusammenzustellen.
Sobald er fertig ist wird er sich Ihnen
vorzustellen suchen.

Vor einigen Tagen brachte er mir
frische von ihm selbst gesammelte Asche
des beständig auswerfenden Puraxi
Vulkans bey Popayan und auch eine
Schlammprobe von dort, die im Jahre 1848
ausgeworfen worden und die er in etwa
9000 Fuß Höhe in völlig pflanzenloser
Aschengegend selbst entnommen hat. Die
erstere ist, nach einigen Analysen die
ich gemacht habe, ohne organische Mischung[,]
| 2vdie leztere aber, der Schlamm, ist
reich gemischt mit Polygastern und
Phytholitharien, die gefrittet erschei-
nen. So sind denn auch dort wieder
Süßwasser Formen, keine Meeresfor-
men im Auswurf. Dr. Karsten, als
ich es ihm zeigte, wunderte sich über die
Möglichkeit. -Vielleicht hat es doch
früher Wälder dort gegeben deren Gras
und Humus verarbeitet worden
sind. Für seitdem dort gebildet hält er es nicht.

Was die Parthenogenesis anlangt
von welcher Sie neulich sprachen, so
sind doch die Beweise und Schlüsse oft
höchst widerstrebend. Siebold hat neben
manchen hübschen Beobachtungen viele
höchst abentheuerliche und leichtfertige gemacht.Anmerkung des Autors (am linken Rand) Unleserliche Stelle (4 Wörter) [...] Doppelthier
das er  über der Zeileals   Siebold 1836
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Syngamus
trachealis 1836
abgebildet hat

das nur ein im
Begattungsact
aneinander geklebter

Daß die in jedem Bienenstocke vorkommenden
gelblichen Bienen italienisch zu nennen
seyen ist wunderbar. Warum nicht Varie-
täten? Daß die frühere alte Meinung, die
reichere oder kargere Kost regirte die
| 3rverschiedenen Bienen u Dronen aus
gleichen  über der Zeilegeschlechtlich verschiedenen Eiern, nun plötzlich dahin um-
schlagen soll, daß die Männchen aus un-
befruchteten, die Weibchen aus befruch-
teten entstehen ist viel zugemuthet und
naiv genug ist das Raisonnement:
“den Unterschied der weiteren und engeren
Zellen wird eine normale Königinn
gewiß mit ihrem Hintertheile heraus-
fühlen und sie wird durch dieses Gefühl
wissen, daß sie in einer engen Zelle das abzu-
setzende Ey befruchten müßte, während
sie in einer weiten Zelle das Ei unbefruch-
tet abzulegen habe.“ Eben so naiv ist
der Schluß aus einer erstarrten Biene,
die dann nur Männchen gebar, auf den
allgmeinen Satz, daß die Erstarrung die
Spermatozoen in ihrem Leibe getödtet
habe   Siebold, Carl Theodor Ernst von: Wahre Pathenogenesis bei Schmetterlingen und Bienen. Ein Beitrag zur Fortpflanzungsgeschichte der Thiere Leipzig : Engelmann, 1856. Stevens 9642
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p. 87.

Die Methode des Zerdrückens der Bienen-
Eier um die hineingekrochenen Sper-
matozoen zu sehen ist auch nichts we-
niger als fein. Die von Leuckart
behauptete vielstrahlige Micropyle
mißbilligt v Siebold p. 106. Was mag
Leuckart zu den zerdrückten überall un-
klar gewordenen Eiern sagen? Die
ganze Beweisführung streicht überall
an jene, womit er die Polygastern
für einfache Zellen mit einem Nucleus
erklärt hat, obschon sie mehrere 100 Zellen
mit Speise gefüllt zeigen.

Das Thema ist freylich sehr inte-
ressant, nur werden es schwerlich die
Bienenzüchter lösen. Die Darstellung
in der kleinen Schrift läßt mich kalt.
Es muß wohl eine ruhigere Wissenschaft-
lichkeit sich dahinein vertiefen. Die reich-
lich zusammengestellte Litteratur ist
| 3vdoch dankenswerth, obschon die Bienen-
väter das große Wort haben.

Ihre gütigen Bemerkungen über die
  Ehrenberg 1856
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Gedächtnißrede
lassen es mir doch
bedenklich erscheinen dieselbe dem Antrage
einer hiesigen Buchhandlung gemäß be-
sonders auszugeben. Habe ich auch
nur das allgemeine Betwesen im
Sinne gehabt, so werden freylich die
bösen Zungen es beliebig partikula-
risiren und das Lob der einen zum
Tadel des anderen machen. Ich
werde mich am besten begnügen meinem
Amtsgeschäft im kleinen Kreise nach-
gekommen zu seyn und von den Besten
ein freundliches Wort erhalten zu
haben.

In herzlicher Verehrung
Ihr
ewig dankbarer
Ehrenberg

Zitierhinweis

Christian Gottfried Ehrenberg an Alexander von Humboldt. [Berlin], [3. August 1856] , hg. v. Anette Wendt unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11.09.2019. URL: https://edition-humboldt.de/v5/H0016533


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