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Innig verehrter Herr Baron

Innliegend nehme ich mir die
Freyheit Ihnen eine kleine   Ehrenberg 1833
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Gratu-
lations-Notiz
für das Hufelandi-
sche
Jubiläum zu übersenden, worinn
ich bestimmt ausgesprochen habe, was
ich vor einiger Zeit nur zweyfelhaft
annähern konnte, daß Hirn
und Blut im nächsten Zusammenhange
stehen. Ich habe mich seitdem
noch vielfach wieder davon überzeugt
| 1vund habe keinen Grund des
Rückhaltens mehr. Mühe habe
ich bey den Untersuchungen die im
Anfange ehe das Bild klar war
recht schwierig waren, nicht
gescheut, möge der Schluß den
ich aus den Beobachtungen gezogen
Ihnen und mithin allen gefallen.

Heut hatte ich Audienz
bey Sr. Excellenz dem Herrn
Minister von Altenstein. Sie
schloß zu meiner Beruhigung, hat
mich aber fast zu Thränen ge-
bracht. Herr Rudolphi hatte
wohl recht, daß er mir immer
sagte ich solle einen Plan zu
einem Petrefacten Museum
einreichen und um Übertragung
von dessen Direction ersuchen.
| 2rDa man den Vorwand hat, daß dieß
nicht mein Fach sey würde auch daraus
nichts geworden seyn. Ich fühle
mich unglücklich, weil ich den Staat
nicht entbehren zu können meyne.
Es war im Ganzen sehr kalt in der
Audienz und so werde ich denn
wohl dem Rathe der Freunde
folgen ein Brodstudium für noch
schlimmere Zeiten zu verfolgen.

Zitierhinweis

Christian Gottfried Ehrenberg an Alexander von Humboldt. [Berlin], [1833] , hg. v. Anette Wendt unter Mitarbeit von Eberhard Knobloch. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11.09.2019. URL: https://edition-humboldt.de/v5/H0016525


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