| 1rIch werde von neuem wie Sie aus der Anlage sehen, mit der Einführung der Dahlien gequält. Senden Sie mir theurer Kunth, deshalb doch den Theil des Hortus Kewensis, wo die Einführungsepoche durch Lady Holland (die die Pflanze von Cavanilles in Madrid erhielt) steht.

Ich weiss dass als ich zurükkam 1804 violette Dahlien, bloss diese in Paris existirten; ich glaube aber dass die gelben und orangenen auf dem | 1v ganzen Continent von unseren Saamen sind ja auch dass alle Dahlien (violette und gelbe) in Deutschland von uns sind.

Sie können denken wie wenig mir an dem Plunder einer solchen Einführung liegt: Es wäre doch aber gut einmal darüber historisch aufs reine zu kommen. Darf ich Sie daher gütigst bitten, ehe Sie mir die Anlage zurüksenden an Herrn Director Otto der meine Hieroglyphen nicht lesen | 2rwürde Abschrift dieses Briefchens zu senden und ihn zu bitten frei von allem Wunsch mir gefällig zu sein, bestimmt auszusprechen ob ich recht habe oder ob auch in Deutschland (Dresden und Berlin) vor unserer Rükkunft überhaupt Dahlien oder ob violette aber keine gelben rothen und orangenen existirten.

Verzeihen Sie diese kleinliche Stöhrung und nehmen Sie, theurer Freund, zur Stärkung ein Duzend bouteilles Portwein an den ich aus Bremen habe kommen lassen.

A Humboldt

Dienstag

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Dienstag, [vor 14. August 1838.], hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Gerlach und Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 5 vom 11.09.2019. URL: https://edition-humboldt.de/v5/H0012104


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