Editorischer Kommentar

Das vorliegende Blatt bietet einen Einblick in die klima- und vegetationsgeschichtliche Hypothesenbildung Humboldts während der 1820er Jahre. Humboldt vertrat im Essai géognostique (Humboldt 1823) und in seiner 1823 gehaltenen Berliner Akademierede „Über Bau und Wirkungsart der Vulcane“ die Ansicht, dass Veränderungen der Wärme des Erdinneren für historische Klimaveränderungen verantwortlich gewesen sein könnten und sich dadurch Funde tropischer Fossilien in heute gemäßigten oder kalten Zonen erklären ließen: „Vielleicht liegt auch in der innern Wärme des Erdkörpers [...] die Ursach eines der wunderbarsten Phänomene, welche die Petrefactenkunde uns darbietet. Tropische Thiergestalten, baumartige Farrenkräuter, Palmen und Bambus-Gewächse liegen vergraben im kalten Norden.“ (Humboldt 1825, 154). Die Auszüge aus einer religionshistorischen Schrift Johann Gottlieb Rhodes (Rhode 1820) zeigen, dass Humboldt in antiken Mythen nach Nachweisen aus menschheitsgeschichtlicher Zeit für seine Hypothese suchte. In Carl Sigismund Kunths Ideensammlung zur Neuausgabe der Geographie der Pflanzen trägt das Blatt den Titel „Sagen ehemaliger Wärme Zendavesta“ und die Sigle X. Vgl. auch Sigle O .

| 8rWarm

Zendvolk wanderte aus[,]
im Norden wol ehemals
in Eeriene-VéedjoAnmerkung des Autors (am linken Rand)d. i. das reine
eigentliche
Eeri od.
Iran[.]

beständig Sommer war[,]
dann dauerte Winter
5–8–10 Monathe[,]
da zog Volk nach
Sogdiana
zu DsjemschidsAnmerkung des Autors (am rechten Rand)ein Heros
Zeiten[.]

 Rhode 1820.
 [Schließen]
Rode
heilige
Sage
p 97. 69.

X

| 8v leer (Eine Seite) [...]

Zitierhinweis

Humboldt, Alexander von: X – Warm, hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 14.09.2017. URL: http://edition-humboldt.de/v2/H0002732


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