10. März 1827

H. lädt K. B. Hase ein, um 18 Uhr im Caffé de Chartres in Paris mit ihm, Pertz und von Türke (aus Hildburghausen, Neffe eines „Pestalozzischen Erziehungsrats“ aus Potsdam) zu essen.

23. März 1827

H. wird „président honoraire“ der „Société de géographie“ zu Paris.

14. April 1827

H. verläßt Paris. Er wird von Heinrich von Bülow begleitet, der sich nach London begibt, um sein Amt als preußischer Gesandter anzutreten. Reiseroute: Calais (16.4.), Dover (16./17.4.), London (17.4.–5.5.).

23. April 1827

H. nimmt an einem vom englischen Premierminister George Canning gegebenen Dinner teil, bei dem auch Albert Gallatin, der Gesandter der USA in London, anwesend ist.

26. April 1827

H. besichtigt am Morgen mit Jeremias Bentham, General Voroncov und Marc Isambard Brunel den im Bau befindlichen Themsetunnel.

05. Mai 1827

Abreise H.s aus London.

08. Mai 1827

H. in Altona bei dem Astronomen Heinrich Christian Schumacher. Zusammentreffen mit dem Physiker Hans Christian Örsted.

10. Mai 1827

Abreise H.s aus Altona.

12. Mai 1827

H. trifft in Berlin ein. Er wohnt bis Mai 1841 Hinter dem neuen Packhofe Nr. 4, 1. Etage, Haus des Hofzimmermeisters Glatz (auf der heutigen Museumsinsel).

30. Mai 1827

H. wird Mitglied der „Märkisch-Ökonomischen Gesellschaft“ in Potsdam.

17. Juni 1827

H. nimmt am Stiftungsfest des Berliner Gartenvereins teil.

21. Juni 1827

H. schlägt der Berliner Akademie als Themen für eine Preisfrage vor: „Die Untersuchung von Grubenwettern; die Bestimmung geringer Mengen von Kohlenstoff in Mineralien; die Einwirkung der Temperatur auf die Schwingungen von Magnetnadeln“.

03. Juli 1827

H. liest in der Berliner Akademie über „die Haupt-Ursachen der Temperatur-Verschiedenheit auf dem Erdkörper“ (vgl. Alexander von Humboldt: Über die Haupt-Ursachen der Temperatur-Verschiedenheit auf dem Erdkörper. In: Abhandlungen der Königlich Preussischen Akademie der Wissenschaften in Berlin. Aus dem Jahre 1827. Berlin 1830, S. 295-316).

August 1827

H. fungiert als Vorsitzender der Königlichen Immediat-Kommission zur Prüfung der Unterstützungsgesuche junger Künstler. Die Aufgaben der Kommission gehen am 13.4.1829 in die Akademie der Künste über.

August 1827

H. wohnt dem 33. Stiftungsfest des Medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelms-Instituts zur Ausbildung von Militärärzten bei; auch später nimmt er an diesem Fest teil, das meist um den 10.8. begangen wurde, so 1828, 1830, 1837, 1838.

05. August 1827

H. unternimmt mit dem Chemiker Jöns Jacob Berzelius, der für 14 Tage in Berlin weilt, eine geologische Exkursion nach Rüdersdorf.

07. August 1827

H. mit Berzelius in Tegel zu einem „Déjeuner dinatoire“.

08. September 1827

H., mit Versuchen „über die Wärmestrahlung der oberen Sandschichten auf einem freien Platz“ beschäftigt, beobachtet um 20.40 Uhr in Berlin ein Nordlicht (vgl. Alexander von Humboldt: Beobachtungen eines Nordlichts in Berlin. In: Annalen der Physik und Chemie, Bd. 10 (1827), S. 510-512).

04. Oktober 1827

H. speist beim Fürsten Wittgenstein in Gesellschaft von Heim, Ehrenberg und von Kamptz.

17. Oktober 1827

H. und Christian Carl Josias Bunsen in Paretz; der König ist an diesem Tag in Potsdam; im Tagebuch des Königs ist kein Ausflug nach Paretz (wie sonst üblich) verzeichnet.

03. November 1827

H. beginnt an der Universität in Berlin seine Vorlesungen über physikalische Erdbeschreibung („Kosmos-Vorlesungen“). Er hält insgesamt 62 Vorlesungen. Als Assistent fungiert der Physiker Ernst Knorr (1805–1879).

07. November 1827

H. erhält einen Brief zu einem der „Lieblingsgegenstände“ Karl Asmund Rudolphis – den Eingeweidewürmern. H. verwendet die von Rudolphi mitgeteilten Informationen nur wenige Tage später in der 4. Kosmos-Vorlesung an der Berliner Universität am 14. November 1827 (vgl. [N. N.]: Die physikalische Geographie von Herrn Alexander v. Humboldt, vorgetragen im Semestre 1827/28, S. 21).

13. November 1827

H. wird „Geassocieerde“ des „Koninklijk Nederlandsch Instituut van Wetenschappen, Letteren en Schone Kunsten“, dem er schon seit 1809 als Korrespondent angehört.

16. November 1827

Ein Erdbeben erschüttert das Vizekönigreich Neu-Granada in Südamerika, wobei, wie H. im Kosmos bemerkt, „im ganzen Cauca-Thale, ohne alle Bewegung, von 30 zu 30 Secunden mit großer Regelmäßigkeit unterirdische Detonationen“ zu vernehmen sind (vgl. Humboldt: Kosmos, Bd. I (1845), S. 214). Wie H. schon in den Kosmos-Vorträgen (33. Stunde Universität, 4. Stunde Singakademie) ausführt, erhält der für das Tal namensgebende Fluss Cauca aus einem Abfluss des Vulkans Purace große Mengen schwefelsauren Wassers – „eine merkwürdige Erscheinung, die ich zuerst bekannt gemacht habe“ (vgl. Ebd., Bd. IV (1858), S. 250) –, wodurch „nach der Einmündung des Baches auf eine weite Strecke hinaus, kein Fisch existiren kann“ (vgl. Ms. Germ. qu. 2124, Bl. 16v).

21. November 1827

H. informiert Karl August Varnhagen von Ense in einem Brief über die Inhalte der 5. Kosmos-Vorlesung an der Berliner Universität und schickt ihm zu diesem Zweck seine Notizen zu dieser Stunde: „Sie werden darin gewiß keine antiphilosophische Wendung finden. Machen Sie jeden beliebigen Gebrauch von diesen Blättern, nur keine Abschrift zum Drucke [...].“ (vgl. H. an Varnhagen von Ense, 21.11.1827). Angeblich übersendet Humboldt die Blätter – so die Nachbemerkung der ersten Herausgeberin dieses Briefes, Ludmilla Assing – damit sie Georg Wilhelm Friedrich Hegel mitgeteilt werden, „dem hinterbracht worden war, Humboldt hätte Anzüglichkeiten gegen die Philosophie einfließen lassen.“ (vgl. Ludmilla Assing, Hrsg.: Briefe von Alexander von Humboldt an Varnhagen von Ense, aus den Jahren 1827 bis 1858. Berlin 1860, S. 3.).

01. Dezember 1827

H. behandelt in der 9. Vorlesung in der Berliner Universität unter anderem die Landschaftmalerei als ein wichtiges „Anregungsmittel“ zum Naturstudium. Einer seiner Hörer notiert: „Alles dieses erregte bei vielen die Lust zum Reisen und brachte dadurch eine freiere Weltansicht hervor. Doc[ent] selbst wurde auf diese Art zu seinen Reisen angeregt: es waren vorzüglich Georg Forster Beschreibungen der Südsee[-]Inseln, die Ansicht des Drachenbaums in einem botanischen Garten in London, und Hogges Landschaften die ihm die Lust erregten diejenigen Länder kennen zu lernen, in denen er alles dieß in der Natur selbst vorfinden würde.“ (vgl. [N. N.]: Physikalische Geographie von Heinr. Alex. Freiherr v. Humboldt. [V]orgetragen im Wintersemester 1827/8. [Berlin], [1827/28], S. 54). H. stützte sich dabei auf Auskünfte des Kunsthistorikers Gustav Friedrich Waagen (vgl. Notizzettel H.s in: SBB-PK, Nachl. Alexander von Humboldt, gr. Kasten 8, Nr. 139, Bl. 12-14).

06. Dezember 1827

H. hält in der Singakademie zu Berlin den ersten öffentlichen Vortrag zum gleichen Thema wie in der Universität. Er spricht hier insgesamt 16 mal.

07. Dezember 1827

In der „Vossischen Zeitung“ erscheint ein längerer Artikel über H.s „Kosmos-Vorträge“ an der Universität zu Berlin (vgl. „Vossische Zeitung“ vom 7.12.1827).

08. Dezember 1827

In den Berlinerischen Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen (Spenersche Zeitung) erscheint ein ausführlicher Artikel über die „Kosmos-Vorträge“ H.s an der Universität zu Berlin und der Singakademie. Auszug: „Eine ganz besondere Zierde aber hat die Universität durch den Beitritt des Herrn Dr. Alexander von Humboldt erhalten [...]. Die ruhige Klarheit, mit welcher dieser Gelehrte die in allen Fächern der Naturwissenschaften von ihm selbst und den Forschern aller Nationen entdeckten Wahrheiten umfaßt und zu einer Gesammt-Anschauung gebracht hat, wie sie vor ihm wohl noch keinem Sterblichen vergönnt war, verbreitet in seinem beredten Vortrage ein so helles Licht über das unermeßliche Gebiet des Naturstudiums, daß die Methode desselben, von der Zeit dieser Vorträge an, eine neue Epoche ihrer Geschichte wird datieren können.“ (vgl. „Spenersche Zeitung“ vom 8.12.1827).

09. Dezember 1827

H. schreibt eine Notiz, in der er bekannt gibt, dass er jede Publikation von Nachschriften seiner Vorlesungen „als einen Eingriff in mein Eigenthum“ betrachten werde (Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen – Spenersche Zeitung – Nr. 291, 12.12.1827, S. [7]).

12. Dezember 1827

H. wird von der Universität Dorpat zum Dr. med. h.c. promoviert.

19. Dezember 1827

Kronprinz Wilhelm schreibt an seine Schwester Charlotte (Kaiserin Aleksandra Fedorovna von Russland): „ Von den Humboldtschen Vorlesungen [...] muß ich nun bemerken, daß dies eine affaire de mode oder de bon tone geworden ist, denn die ganze beau monde findet sich in dem schönen neuen Lokale der Singakademie ein, um diesen gewiß sehr interessanten Vorlesungen beizuwohnen. [...] Niemand von der ersten Gesellschaft, Damen und Herren fehlt. Papa fand es lächerlich, daß alles hinströmte – kommt aber von heute an selbst hin ...“ (vgl. Karl-Heinz Börner, Hrsg.: Prinz Wilhelm von Preußen an Charlotte. Briefe 1817–1860. Berlin 1993, S. 128.)

25. Dezember 1827

H. übergibt Bache ein Empfehlungsschreiben für Carl Friedrich Gauß.

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt-Chronologie. Hg. von Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://edition-humboldt.de/X0000001

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