| 1rIch habe nie von Anstellung des sehr
gewohnlichen und sehr einfaltigen
Koch
gehort und Sie werden, theurer
Freund, doch nicht glauben, dass ich
ihn irgendwo empfehlen wurde[.]
Selbst der Zuschuss zu seiner Reise
war ganz ohne mein Wissen
durch Einfluss der Grossherzogin auf
den Missions-Minister gegeben: ich
habe bloss damals die schon ge-
schehene Sache dadurch zu verbessern
gesucht dass sie zu einer Sprach
Expedition (Rosen) Gelegenheit gab[.]
Es ware eine reine Tollheit Koch als
Botaniker anzustellen[.] Ich habe bloss
gehort, dass er hier den Winter
bleiben wolle um sein Buch! mit
Hulfe der Bibliothek auszuarbeiten[.]
Ich werde vor meiner Abreise
mich gegen den Minister noch
sehr deutlich mundlich daruber
aussern, es schriftlich erlaubt meine
Lage zum Min. u der gänzliche
Mangel der Veranlassung nicht[.]
Der Mann verspricht ubrigens kindisch
alles: hatte er doch wahrend
er Mitscherlich schmeichelt Liebig
Anerbietungen gemacht, Mitsch's [sic]
argstem Feinde[.] Ich habe allerding[s]
die Abreise aufgeschoben nicht
sowohl der Kälte wegen, als weil
der Konig zogert Briefe abzuschreiben
an die kon Familie in den
Tuilerien die ich mitnehmen soll[.]

Mit inniger Liebe Ihr AlHumboldt

| 1v

Herrn Prof. Kunth
Wohlgeboren

Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin, vor 28. Dezember 1844], hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Klaus Gerlach und Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 14.09.2017. URL: http://edition-humboldt.de/v2/H0002930


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