ich reise noch heute von hier nach Venedig, durch Tirol, über Vicenza, das euganeische Gebirge nach Mailand und der Schweiz.

Ich kann Dir nicht sagen, mit welcher innigen Teilnahme ich Deine beiden Briefe gelesen habe. Es gibt nun noch einen Menschen in der Welt, den ich so innig liebe, der meinem Herzen so nahe liegt als Du. Wie innig freue ich mich über die Erfüllung Deiner sehnlichsten Wünsche. Wie ganz kann ich mich in Deine Lage und in die freudigen Empfindungen Deiner liebenswürdigen Gattin versetzen. So bist Du denn Vater, sie eine edle, zärtliche Mutter. Und wie kann ich es Euch genugsam danken, dass Ihr den armen Freund in der Unterwelt des rauhen Fichtelgebirges an Eurem Glücke theilnehmen lasst. Und noch dazu ein Junge! ein gesundes, starkes Kind! .... Im Winter hoffe ich den Knaben in meinen Armen zu halten und Euch zu umarmen.


Zitierhinweis

Alexander von Humboldt an Karl Ludwig Willdenow. Bayreuth, 17. Juli 1795 , hg. v. Ulrich Päßler unter Mitarbeit von Klaus Gerlach und Ingo Schwarz. In: edition humboldt digital, hg. v. Ottmar Ette. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. Version 2 vom 14.09.2017. URL: http://edition-humboldt.de/v2/H0001183


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