Sprachen in Korpus und Kommentar

Im Unterschied zu bisherigen Editionen verzichten wir vorerst auf eine deutsche Übersetzung aller nicht-deutschen Anteile im Korpus unserer Edition. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir entscheiden, ob und welche Teile der Edition übersetzt werden.

Alle Sachkommentare verfassen wir auf Deutsch.

Hybride Edition

Print

  • Fließtext ohne Zeilenumbrüche
  • Alle Auslassungen und "Textsprünge", die sich durch die Rekonstruktion der Tagebuch-Chronologie ergeben, werden typographisch oder symbolisch im Drucksatz markiert.
  • Faksimile kommen vor, aber als visuelles Extra, zur Sichtbarmachung der Komplexität des Schriftbildes oder spezieller Stellen, möglichst hochwertig
  • Print soll im klassischen Sinne die Lesbarkeit der Tagebücher sicherstellen. Diskursiv ist die Richtschnur das Itinerar der Reise. Ziel ist hohe Kohärenz.
  • Druck-Anthologien (TS1 usw.) müssen Auswahleditionen sein, Textauswahl bemisst sich nach Relevanz der Manuskripte und Korrespondenzpartner
  • Im Zweifel „winner takes ist all“ (ist 90% einer Korrespondenz wichtig für TS1, übernehmen wir den ganzen uns bekannten Briefwechsel)
  • Briefe, die als Einzeldokumente eine große Relevanz haben, werden aufgenommen

Online

  • Zwei Darstellungen (Kritischer Text, Lesetext) und Anzeige der Faksimile
  • Möglichst hohe Wiedergabetreue zum Befund der Originalmanuskripte. Sichtbarmachung der Komplexität des Gegenstandes.
  • Ästhetischer Anspruch: die Gebrochenheit des Textes visualisieren, die Vernetzung unterschiedlicher Textfragmente anzeigen, eine eigene digitale Ästhetik des Gegenstands erzeugen
  • Wertschätzung der Tagebuchseiten als Objekte künstlerischer Betrachtung: "man springt von Kunstwerk zu Kunstwerk"
  • Online-Edition als linked-data Forschungsumgebung

Allgemeine Textauszeichnung

Allgemeine Angaben zum Manuskript

Unter dem Menüpunkt „Allgemein“ sollten zu Beginn der Arbeit an einem Manuskript eine ganze Reihe grundlegender Angaben vorgenommen werden. Hierzu zählen:

  • URI der Archivalie
    Dies meint idealerweise einen eindeutigen Pfad (etwa eine HTML-Adresse) zu einer elektronisch verfügbaren Ressource. Im Fall eines in Kalliope verzeichneten Archiveintrags handelt es sich um EAD-ID (Encoded Archival Description-Identifier), die immer nach diesem Muster verzeichnet ist: http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-2877719 (Bsp.: „Isle de Cube“). Die mit „DE“ beginnende Zeichenfolge ist die eindeutige ID im EAD-System.
  • Digitalisate (optional) funktioniert derzeit nicht einwandfrei
    Sollten Digitalisate unseres Dokuments online vorliegen, kann hier darauf mit einer möglichst eindeutigen Adresse (Permalink) verwiesen werden. Bei Kalliope-Einträgen meint dies den Link, der als „Digitalisat“ gekennzeichnet ist. Im Beispiel von „Isle de Cube“ also der Link auf die Jagiellonian Digital Library unter http://jbc.bj.uj.edu.pl/dlibra/publication/367140/content
  • Beschreibung des Manuskripts
    Wenn uns Informationen zu Papier, Format, Blattanzahl und weiteren Manuskripteigenschaften vorliegen (etwa Wasserzeichen), können diese hier eingetragen werden
  • Textgrundlage und Überlieferung
    Zuerst sollte die Textgrundlage unserer Transkription ausgewählt werden (etwa Manuskript oder Abschrift), dann gegebenenfalls weitere Überlieferungen.
  • Autor, Schreibort, Erstellungsdatum
    Je nach Bestimmungsgrad entsprechend ausfüllen. Bei Zeitangaben ist es wichtig, die ISO-Norm JJJJ-MM-TT zu berücksichtigen. Monats- und Tagesangaben sind optional. Will man etwa einen „Ungefähren Erstellungszeitraum“ angeben, so könnte er lauten
    • Anfangsdatum: 1829
    • Enddatum: 1845
  • Regest
    Eintrag nur notwendig bei lediglich erschlossenen Textgrundlagen
  • Anmerkungen zum Text
    Freitext zur allgemeinen Kommentierung der Textgrundlage, etwa zur Erläuterung des Erstellungszeitraums oder der Überlieferungsgeschichte
  • Herausgeber, Mitarbeiter
    Angaben zur editorischen Verantwortung werden unterteilt in:
    • Rolle (Herausgeber, Mitarbeiter)
    • Normdatei der Person (GND, VIAF etc.)
    • Nachname und Vorname

Folio-, bzw. Seitenwechsel <pb> <fw>

Es gibt drei Prinzipien der Seitenzählung

  • Foliowechsel
    Die sowjetische Foliierung mit recto- und verso-Zählung (1r, 1v usw.)
  • Weitere Seitenzählung
    Humboldts Paginierung (1, 2, 3 usw.)
  • Die Zählung und Verlinkung der Digitalisate der SBB (001, 002, 003 usw.)

Eine ideale Auszeichnung enthält die Foliierung (n=“2r“), den Link zum Digitalisat (facs=“…“) im <pb>-Element („page break“) sowie die Seitenzählung im <fw>-Element.

<pb n="2r" facs="http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000009"/>

<fw type="folNum">1</fw>

Die sowjetische Foliierung muss immer gesetzt werden, in Zweifelsfällen kann man sich (im Fall von ART) an den Angaben der SBB orientieren, wobei nicht Scanseite („[9]“) sondern die der Foliierung für uns ausschlaggebend ist. Die SBB benutzt hierfür den etwas ungenauen Begriff „Druckseite“.

Seitenangaben in nicht foliierten Dokumenten

Bei vielen Nachlassbeständen ist keine Foliierung durch das bestandshaltende Archiv vorgegeben, wir müssen also selbst eine Foliierung festlegen. Hier haben wir uns auf drei allgemeine Regeln verständigt:

  • Wir zählen Seiten in Blatt- nicht Seitenangaben (1r, 1v anstelle von 1, 2)
  • Wir orientieren uns für die Bestimmung der Seitenwechsel am Schriftbild, nicht am Dokument (das folgende Beispiel hat also 4 Seiten und 2 Blatt, nicht 2 Seiten und 1 Blatt)
  • Zur Vorbereitung der Digitalisate-Vorlage kann es notwendig sein, vorhandene Blatt-Digitalisate zuzuschneiden (es empfiehlt sich, eine Kopie des Original-Digitalisats zu behalten)

Beispiel „Erste Seite unbeschrieben“

�unable to handle picture here, no embed or link2r�unable to handle picture here, no embed or link1v�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link P:\# TS1 Pflanzengeographie\Meyen\1834-08-22v_a_Meyen\IV 74-820 Q_001a.tif

�unable to handle picture here, no embed or link1r�unable to handle picture here, no embed or link2v�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link P:\# TS1 Pflanzengeographie\Meyen\1834-08-22v_a_Meyen\IV 74-820 Q_002a.tif

Erfassung von leeren Seiten

In diesem Fall beginnt Humboldt erst auf der ersten Innenseite (1v) mit dem Brief. Die erste Seite des Dokuments (1r) wird dementsprechend als leere Seite erfasst.

<pb n="1r"/><gap unit="pages" quantity="1" reason="empty"/>

Aus Sicht der Kodierung wird die leere Seite also als Lücke (<gap/>) erfasst. In der ediarum-Autoransicht sind die Arbeitsschritte:

  • Cursor hinter den Seitenwechsel (<pb/>) setzen
  • �unable to handle picture here, no embed or linkKlick auf Schaltfläche „Gar nicht lesbare Wörter im Text“, dann Auswahl:
    • Einheit: Seite
    • Anzahl: 1
    • Grund für die Lücke: Leerraum

Jede leere Seite wird auf diese Weise erfasst, auch bei direkt aufeinander folgenden Seiten. Die Anzahl lautet also immer „1“, da sonst die Erfassung der Foliierung verloren gehen würde.

Erfassung von zerstörten oder verlorenen Seiten

Dies betrifft Seiten oder Blätter, die entnommen und uns nicht bekannt sind. Die Kodierung gleicht der Auszeichnung von leeren Seiten. Lediglich der Grund (@reason) der Lücke verändert sich.

<pb n="1r"/><gap unit="pages" quantity="1" reason="lost"/>

In der ediarum-Autoransicht sind die Arbeitsschritte:

  • Cursor hinter den Seitenwechsel setzen
  • �unable to handle picture here, no embed or linkKlick auf Schaltfläche „Gar nicht lesbare Wörter im Text“, dann Auswahl:
    • Einheit: Seite
    • Anzahl: 1
    • Grund für die Lücke: Zerstörung/Verlust

Jede zerstörte oder verlorene Seite wird auf diese Weise erfasst, auch bei direkt aufeinander folgenden Seiten. Die Anzahl lautet also immer „1“, da sonst die Erfassung der Foliierung verloren gehen würde.

Absätze <p/>

Einrückungen und Einzüge und sonstige erkennbar abgesetzte Textpassagen im Manuskript werden jeweils als neues <p/>-Element abgebildet.

In Zweifelsfällen sollte nach inhaltlichen Kriterien entschieden werden.

�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link

Hier liegen drei 3 Absätze vor!


Madeweiss. Gehülfe Anger. Jacobi
Nicolovius.

Sarkau, 18ter Apr. Nachts

Sandkrug 19ter Ab. – 22ter April Süß

<p>

<lb/>Madeweiss. Gehülfe Anger. Jacobi
<lb/>Nicolovius.
</p>

<p>
Sarkau, 18ter
<choice>
<abbr>Apr.</abbr>
<expan>April</expan>
</choice>
Nachts
</p>

<p>
Sandkrug 19ter
<choice>
<abbr>Ab.</abbr>
<expan>Abends</expan>
</choice>–22ter
<choice>
<abbr>Apr.</abbr>
<expan>April</expan>
</choice>
Süß

</p>

Zeilenumbrüche <lb/>

Für alle handschriftlichen Texte findet eine Auszeichnung der Zeilenumbrüche statt. Dabei gibt es drei verschiedene Möglichkeiten der Textauszeichnung.

  • Einfacher Zeilenumbruch
  • Zeilenumbruch mit Silbentrennung und Trennungszeichen
  • Zeilenumbruch mit Silbentrennung ohne Trennungszeichen

Alle drei Varianten werden über die entsprechende Schaltfläche in ediarum ausgewiesen.

Wichtig: Punkte oder vermeintliche Anführungszeichen (auch doppelte Trennstriche) am Zeilenende sind als normale Trennungszeichen zu behandeln.

In diesem Beispiel kommen alle drei Varianten für Zeilenumbrüche vor.  

�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link

<p>Als uns die ewigen Regengüsse u. Besorgniß vor bös
<lb break="no"/>artigen Fibern zwangen, die Capuciner Missionen
<lb/>am Guarapiche zu verlassen u. die Reise nach Caru<g ref="#typoHyphen"/>
<lb break="no"/>pano u. dem Vulcan (der Solfatara) von Cuma<g ref="#typoHyphen"/>
<lb break="no"/>catar aufzugeben, dachten wir nur wenige Wochen
<lb/>in Cumana zu verweilen. …

Ausnahme: Der Zeilenumbruch wird nicht gesetzt innerhalb <add>, also nicht bei Textergänzungen durch Humboldt.

Muss man den Zeilenumbruch mit Silbentrennung und/ohne Trennungszeichen nachträglich setzen, ist darauf zu achten, dass der Trennvorgang neu vorgenommen werden muss.

Wichtig: Das Trennungszeichen setzt sich in Möglichkeit 2 von selbst.

Zur Unterscheidung von Listen und Tabellen

Wenn möglich, sollten einfache Auflistungen als <list/> kodiert werden. Häufiger aber notiert Humboldt „strukturierte“ Listen, die sich besser als <table/> kodieren lassen.

Die Entscheidung, ob eine Textstelle als <list/> oder als <table/> zu kodieren ist, sollte auf Grundlage des semantischen Gehalts sowie des Schriftbildes der entsprechenden Passage getroffen werden.

Als Richtlinie gilt: eine Auflistung, die keine weitere (oder kaum) Aufteilung ihrer Inhalte enthält, kann als <list/> kodiert werden. Beinhalten die „Listenpunkte“ jedoch Text, der im Sinne von impliziten Spalten strukturiert werden kann und sich in dieser Strukturierung wiederholt, sollte die Stelle als <table/> kodiert werden.

Schon die Auflistung von Ortsmessungen entspricht semantisch mehr einer strukturierten Tabelle als der einer auf Zeilenebene unstrukturierten Auflistung. Bei der Entscheidung zwischen <list/> und <table/> hat also die Semantik eines Textes ein höheres Gewicht als der Befund des Schriftbildes.

Liste <list/>

Die hier getroffene Unterscheidung zwischen Listen und Tabellen hat für das tagging zur Folge, dass die meisten der relevanten Textphänomene als implizite Tabellen (s.u.) kodiert werden können.

Das folgende Beispiel zeigt einen Grenzfall. Es handelt sich um eine Auflistung verschiedener Flussbreiten des Río Apure, Río Negro sowie des Orinoco. Humboldts Aufzeichnung ist jedoch so gering strukturiert, dass eine Kodierung als Tabelle keinen Sinn ergibt oder als Tabelle zumindest „überkodiert“ wäre.

<list>
<item>Le Rio Apure près de S. Fernando 206 t.</item>
<item>Le Rio Negro près de S. Carlos 292 t.</item>
<item>Orinoco à la bocca Apure 1905 t. <lb/>mais quand le Capucin
est islado = 10750 mètres.</item>
<item>Orinoco près du Baraguan 889 t.</item>
<item>Orinoco près de urbano 2674 t. <lb/>jusqu’au delà de l’Isle de
Urba<g ref="#typoHyphen"/><lb break="no"/>na et de I. vieja de Mon
tica.</item>
</list>

Das Kodierungsbeispiel berücksichtigt nicht die Streichungen.

Tabellen <table/>

Hier unterscheiden wir zwischen expliziten und impliziten Tabellen.

Explizite Tabellen sind solche, die erkennbar mit einem Tabellenraster angelegt worden sind.

Implizite Tabellen sind jegliche Art von strukturierten Auflistungen, Messreihen und Rechnungen. Wir kodieren diese Textphänomene als Tabellen, um die ihnen zugrundeliegenden Daten besser zu strukturieren und die Darstellbarkeit im Web zu verbessern.

Grundsätzlich sind die einzelnen Zellen in Tabellen linksbündig. Über das Kontextmenü (rechter Mausklick auf die Zelle) kann man den Zelleninhalt mit dem Befehl „Ausrichtung ändern“ rechtsbündig ausrichten, etwa bei Zahlenreihen, die man bündig darstellen will.

Explizite Tabellen

Je nach Schriftbild müssen Zeilenumbrüche ergänzt werden. Enthält eine Tabelle eine Überschrift und/oder eine Kopfzeile, wird diese ebenfalls separat ausgezeichnet. Explizite Tabellen müssen als solche gekennzeichnet werden. Dazu steht im Kontextmenü (rechter Mausklick auf die Tabelle) der Befehl „Tabelle explizit gezeichnet“ zur Verfügung.

  • Tabelle Überschrift <head/>
  • Tabelle Kopfzeile <row role="label"/>

Weitere Hinweise zur Kodierung von Tabellen:

  • Tabellenstruktur @rows @cols
  • Explizite Tabelle @rend="drawn"
  • Leere Zellen <cell/>
  • Wortzwischenräume zu Beginn oder Ende einer Zelle können gestrichen werden
  • Striche, die als Verbindungsstrich zwischen zwei Werten in einer Zeile oder als Wiederholungsstrich einer Angabe zwischen zwei Zeilen dienen, werden einheitlich als Geviertstrich mit jeweils einem Wortzwischenraum dargestellt.

<cell> &#8212; </cell>

<table cols="4" rows="20" rend="drawn">
<head>Océan entre l’europe, l’afrique et l’amérique.</head>
<row role=“label“>
<cell>Latitude <lb/>boréale</cell>
<cell>Longitude du <lb/>méridien <lb/>de Paris.</cell>
<cell>température de <lb/>la surface de <lb/>la mer.
<lb/>thermomètre de reaumur.</cell>
<cell>température <lb/>de l’atmosphère.</cell>
</row>
<row>
<cell>43°</cell>
<cell>10°. 31’11</cell>
<cell>12°.</cell>
<cell>18°.</cell>
</row>
<row>
<cell>39. 10.</cell>
<cell>16. 18.30</cell>
<cell>12.</cell>
<cell>13.</cell>
</row>
<row>
<cell>36. 3.</cell>
<cell>17. 3. 0.</cell>
<cell>12.</cell>
<cell>14.</cell>
</row>
<row>
<cell>35. 8.</cell>
<cell>17. 15. 0.</cell>
<cell>13.</cell>
<cell>16,5.</cell>
</row>

Implizite Tabellen

Bei impliziten Tabellen werden Tabellenüberschriften oder Kopfzeilen nicht kodiert, da es sich ja nicht um Tabellen im eigentlichen Sinne, sondern um „semantische Tabellen“ handelt, zumeist also Auflistungen von Messdaten, die sich in der Struktur einer einfachen Tabelle darstellen lassen. Wichtig ist inhaltlich zu entscheiden, in wieviele Zeilen und Spalten die Tabelle sinnvollerweise aufgeteilt werden muss.

Im vorliegenden Beispiel etwa ist es plausibel, zwischen Fließtext und zwei jeweils vierzeiligen und dreispaltigen Tabellen zu unterscheiden.

<p>am Tuy hac. de D. José Materola.</p>

<p>Inclin. 42°,20. osc. 22,8.</p>

<p>le 9 Févr. observé Culminat de Canopus</p>

<table cols="3" rows="4">
<row>
<cell>12<hi rendition="#sup">h</hi>14’ 0”</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>54°17’20”</cell>
</row>
<row>
<cell>15 48</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>18 30</cell>
</row>
<row>
<cell>18 14</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>18 20</cell>
</row>
<row>
<cell>24 33</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>14 40</cell>
</row>
</table>

<p>Culm. de Canopus le 10. Febr.</p>

<table cols="3" rows="4">
<row>
<cell>12<hi rendition="#sup">h</hi> 8’12”</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>54°18’10”</cell>
</row>
<row>
<cell>9 51</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>18 30</cell>
</row>
<row>
<cell>13 1</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>17 45</cell>
</row>
<row>
<cell>15 31</cell>
<cell> &#8212; </cell>
<cell>17 30</cell>
</row>
</table>

<p>donne lat. 10°17‘23“.</p>

Variante/2. Beispiel ART I, 14r/25

Linien und Kreise <milestone/>

Das Umkreisen eines Textbereiches wird nicht erfasst.

Horizontale Linien, die erkennbar Textbereiche voneinander trennen, werden erfasst.

Die Funktion findet sich als „Horizontale Trennlinie“ unter dem Menüpunkt „Allgemein“.

<p>Erman - Schubert</p>
<milestone unit="section" rendition="#hr"/>
<p>aber wenn nach Encke 1 Aequ. Gr. = 57104,0<hi rendition="#sup">t.</hi>, so ist 1/15</p>

Doppelte Trennlinien werden dem Schriftbild folgend auch doppelt erfasstNach „Ticket-Fasten“ besprechen..

<milestone unit="section" rendition="#hr"/>
<milestone unit="section" rendition="#hr"/>

<p>pole umgek.</p>

Anmerkungen des Autors <note/>

Die Übergänge zwischen einer Anmerkung (<note/>) und einer Hinzufügung (<add/>) sind fließend und müssen von Fall zu Fall entschieden werden.

Als Richtlinie gilt: Ergänzungen erweitern den fortlaufenden Haupttext und gliedern sich syntaktisch in diesen ein. Anmerkungen sind – ähnlich wie Fußnoten im Druck – in sich abgeschlossene Texteinheiten.

Häufig geschieht dies bei Humboldt am äußeren oder unteren Rand der Manuskriptseite. Verzeichnet werden folgende Merkmale der Anmerkung:

  • Autorschaft @rend #author
  • Ort des Schreibakts @place #left #right #mBotton #mTop #inline

�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or linkAnmerkung <note/>�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or linkAnmerkung <note/>�unable to handle picture here, no embed or link�unable to handle picture here, no embed or linkErgänzung <add/>�unable to handle picture here, no embed or linkErgänzung <add/>�unable to handle picture here, no embed or link P:\# ART Transkriptionen und Digitalisate\ART Digitalisate SBB\ART I\00000039.tif

Hinweis: Zeilenumbrüche werden auch in Anmerkungen gesetzt, nicht jedoch in Ergänzungen (da diese in der Webansicht unmittelbar in den Fließtext eingefügt werden).

Anmerkungen werden dort gesetzt, wo sie im Text (offensichtlich oder editorisch vertretbar) hingehören. Das Element wird also an der entsprechenden Stelle im Manuskript eingefügt. Wenn sich dieser Punkt nicht eindeutig bestimmen lässt, kann die <note/> nach Augenmaß zwischen zwei möglichst nahe liegenden Sätzen eingefügt werden.

Anmerkung mit Seitenwechsel

Seitenwechsel innerhalb einer Anmerkung werden regulär mitkodiert.

Erläuterung zu ART I, 19r ergänzen

Zeichnung/Skizze einfügen <figure/>

Zeichnungen und Skizzen der Textvorlage können beschrieben und kommentiert. Dafür stehen uns innerhalb des Elements <figure/> drei Ebenen zur Verfügung:

  • Bildunterschrift vom Autor (optional) <p/>
  • einfache Bildbeschreibung (obligatorisch) <figDesc/>
  • Kommentar Bearbeiterin (optional) <note type="editorial"/>

<figure facs="Cuba/129r_1.jpg" hand="#author">
<p>Bildunterschrift vom Autor (optional)</p>
<figDesc>einfache Bildbeschreibung (obligatorisch)</figDesc>
<note type="editorial">Kommentar Bearbeiterin (optional)</note>
</figure>

Bildvorlage erstellen

Die Erstellung und korrekte Ablage der Bildvorlage erfolgt in 3 Schritten:

  • Schnappschuss der Zeichnung/Skizze erstellen (etwa in Acrobat Reader)
  • Schnappschuss im Bildbearbeitungsprogramm bearbeiten (etwa in IrfanView)
  • Bilddatei als JPG korrekt abspeichern, d.h.
    • Bei Bedarf in ediarum im Verzeichnis „Zeichnungen“ ein neues Verzeichnis anlegen (etwa „Cuba“). Das Verzeichnis sollte keine Leer- und Sonderzeichen aufweisen.
    • Bilddatei mit eindeutigem Namen versehen. Dieser setzt sich zusammen aus der Foliierung der Vorlage und einer laufenden Zahl (etwa 129r_1.jpg)

Zeichnung/Skizze einfügen und kommentieren

Einfügen und kommentieren der Bildvorlage erfolgt in drei Schritten:

  • Dateiname korrekt eintragen
  • Urheber der Zeichnung auswählen
  • Bildbeschreibung in das vorgegebene Feld eintragen
  • Eine Sachanmerkung zum Bild lässt sich über die übliche Schaltfläche einfügen. Dafür reicht es, die Bilddatei markiert oder den Cursor in der Bildbeschreibung stehen zu haben.

Halbgeviertstrich

Häufig haben unsere Textvorlagen keine korrekten Halbgeviertstriche, etwa Gedankenstriche, sowie Jahres- oder Seitenzahlen (3000–4000, S. 4–6, 1935–2014). Dies gilt nicht für Bindestriche, etwa im Namen „Jean-Baptiste“. Diese müssen eingepflegt werden (wichtig auch wegen späteren Druckausgabe).

Arbeiten im Manuskript

Unterstreichungen <hi/> @rendition #u #uu

Unterstrichen wird getreu nach Vorlage. In der Autoransicht wählen wir zwischen einfacher und doppelter Unterstreichung.

Bei Wörtern oder Zeichenfolgen, die im Manuskript nicht in Gänze unterstrichen sind, kodieren wir immer das ganze Wort, da eine willentliche Unterstreichung einzelner Buchstaben in einem Wort nicht plausibel erscheint.

Beispiel: „Granite“ wäre eine Überbetonung des Schriftbildes gegenüber seiner Bedeutung (Humboldt unterstreicht das Wort Granite und nicht „rani“ in „Granite“)

il y a du Granite, du Schiste primitif

il y a du <hi rendition="#u">Granite</hi>, du Schiste primitif

Anstreichung am Rand (auf Zeilen- und Absatzebene)

Erläuterung ergänzen

Hochgestellte Zeichen <hi/> @rendition #sup

Hochgestellte Zahlen oder Buchstaben werden getrau nach Vorlage ausgezeichnet.

Streichung durch den Autor <del/>

Vom Autor im Manuskript durchgestrichene Wörter oder Wortteile werden ausgezeichnet, die Art der Streichung wird in der Autoransicht über ein Auswahlmenü typisiert („Tilgung durch Streichung“ usw.)

Grundsätzlich gelten bei Streichungen zwei Regeln:

  • Wir versuchen, den gestrichenen Text zu entziffern
  • Wir zeichnen den gestrichenen Text genauso aus wie wir es bei regulärem Text auch machen würden. Diese Regel gilt besonders für längere Passagen, die Humboldt durchgestrichen hat.

Im hier gezeigten Beispiel wurden daher alle Textphänomene regulär ausgezeichnet, also Zeilenumbrüche, Auflösung von Abkürzungen, Normalisierungen und Herausgeberkorrekturen, bzw. –ergänzungen.

Auch Streichungen innerhalb einer bereits gestrichenen Passage werden ausgezeichnet. In der Webansicht wird die auf diese Weise doppelt gestrichene Passage doppelt durchgestrichen dargestellt.

il <subst>
<del rendition="#s">est</del>
<add place="intralinear">leur est</add>
</subst>
très

il est leur est très

Streichung und Korrektur durch den Autor <subst/>

Wenn die Hinzufügung erkennbar ein anderes Wort ersetzt, das gleichzeitig gestrichen wurde, so wird die Hinzufügung und die Streichung in einem Ersetzungsvorgang <subst/> (substitution) verbunden.

Das Attribut @rendition bestimmt die Art der Tilgung (streichen, überschreiben, radieren). In <add> wird der Ort der Hinzufügung notiert (über/unter/innerhalb der Zeile, über Text, am rechten/linken Rand).

Buchhändler in BerlParis giebt

Buchhändler in
<subst>
<del rendition="#s">Berl</del>
<add place="intralinear">Paris</add>
</subst>
giebt

Ergänzung <add/>

Ergänzungen, die der Autor im Manuskript vorgenommen hat, werden gekennzeichnet, wobei das Attribut @place den Ort der Ergänzung angibt.

… de Jura (en Franconie) + de presenter des grandes Cavernes qui se sont rempli d’eau et ont causé la grande Catastrophe des moulins de Tabac, qui céroulerent sur un terrain miné et que les …

… de Jura (en Franconie)

<add place="right"><metamark/>
de presenter des grandes Cavernes qui se sont rempli d’eau
et ont causé la grande Catastrophe des moulins de Tabac, qui
céroulerent sur un terrain miné et
</add>

que les …

Das Einweisungszeichen – im Beispiel ein + – wird einheitlich als <metamark/> kodiert und einmal pro Befund ausgezeichnet. Im Autormodus von ediarum geht man hierfür am besten in zwei Schritten vor:

  • Cursor an irgendeine Stelle im ergänzten Text (<add/>) setzen
  • Kurzbefehl Strg + Umschalt + E
    Der Kurzbefehl fügt automatisch das Einweisungszeichen am Anfang der Ergänzung ein

Die Übergänge zwischen einer Ergänzung (<add/>) und einer Anmerkung (<note/>) sind fließend und müssen von Fall zu Fall entschieden werden.

Als Richtlinie gilt: Ergänzungen erweitern den fortlaufenden Haupttext und gliedern sich syntaktisch in diesen ein. Anmerkungen sind – ähnlich wie Fußnoten im Druck – in sich abgeschlossene Texteinheiten.

Im Unterschied zum Haupttext und zu Anmerkungen verzichten wir bei Ergänzungen durch den Autor auf den Zeilenumbruch.

Textauszeichnungen der Herausgeber

Textauszeichnungen werden grundsätzlich so vorgenommen, dass in der Web-Ansicht zwischen zwei Textfassungen unterschieden werden kann. Dabei steht die erste immer für die diplomatische Umschrift (in der Webansicht „Kritischer Text“) und die zweite für die Lesefassung.

Unsichere Lesarten

Wörter, die vom Herausgeber nicht eindeutig entziffert werden können, werden mit <unclear/> ausgezeichnet.

Die als unsicher ausgezeichneten Wörter werden in der Autoransicht orange unterlegt.

Humboldt-Beispiel und Code

Nicht lesbare Wörter

Nicht lesbare Wörter werden mit <gap/> ausgezeichnet. Im Attribut @quantity wird die Anzahl der (in Reihe) nicht lesbaren Texteinheiten notiert. Das Attribut @unit gibt die „Einheit“ an. Hierbei kann man unterscheiden zwischen Zeichen, Zeilen, Seiten und Wörtern. Das Attribut @reason begründet die Entscheidung (Zerstörung, unleserlich, fremdsprachiger Text).

oft <gap unit="words" quantity="1" reason="lost"/>dann wieder

Bei durchgestrichenen Wörtern, die nicht entziffert werden können umschließt das Element <del/> das Element <gap/>.

oft <del rendition="#s"><gap quantity="1" unit="words"/></del>dann wieder

Humboldt-Beispiel

Schadhafte Stelle

Schadhafte Stellen sind materialbedingte Lücken im Text, die sich nicht rekonstruieren lassen. Sie werden durch das leere Element <damage/> markiert.

Ich erhalte <damage/><lb/>
Sie, theurester <damage/><supplied cert="high">sol</supplied>lten

Häufige Texteigenheiten und deren Auszeichnung

Schreibgewohnheiten

Es gilt die allgemein Regel: Schreibgewohnheiten Humboldts werden bewahrt. Die Konsequenzen aus dieser Regel führen allerdings zu einigen Kompromissen und Einzelfall-Lösungen.

Häufige Fälle

  • Häufig fehlende Doppelkonsonanten (vortreflich, gedrukt, disponirt, unnüz)
  • Häufige Schreibung von Th statt T (Theil, Monathe)
  • Dopplung des Schluss-s (Besorgniss, Kenntniss)
  • Schwankende Schreibung von Eigennamen (Göthe, Schinckel)
  • verschiedene Formen des "s", "ß" nur dann, wenn explizit von Humboldt so geschrieben

In diesen und vergleichbaren Fällen findet keine <choice>-Normalisierung oder stillschweigende Korrektur statt. Eigennamen von Orten oder Personen werden so gelassen wie sie geschrieben wurden. Die Normalisierung erfolgt hier durch die Verknüpfung der Namen mit dem jeweiligen Registereintrag.

Symbole

Abbildung : Screenshot "Einfügen aus der Zeichentabelle"Die häufigsten Symbole, Bruchzahlen und Sonderzeichen lassen sich über das Menü „Symbole“ abrufen. Hierzu gehören:

  • Buchstaben
  • Bruchzahlen
  • Einheitenzeichen
  • Symbole
  • Kürzungsstrich
  • Halbgeviertstrich
  • Geviertstrich
  • Auslassungspunkte

Eine Auswahl aller verfügbaren Symbole der Unicode-Zeichen findet sich über den Eintrag „Einfügen aus der Zeichentabelle“ in der Menüleiste (s. Abbildung 17).

Stillschweigende Normalisierung

(gilt nur für die Auszeichnungsstufe 1 und 2)

Aus Gründen der Arbeitsökonomie verzichten wir darauf, Humboldts Schreibgewohnheiten bei der Verwendung von diakritischen Zeichen (etwa Akzente und Tremata) auf üblichem Wege (<choice/><orig/><reg/>) kenntlich zu machen. Im Unterschied zu Schreibgewohnheiten auf der Wortebene werden diakritische Zeichen stillschweigend ergänzt. Hierzu zählen:

  • Akzente in allen Sprachen, etwa
  • Tremata, etwa deutsche Umlaute

Neben dem arbeitsökonomischen Argument lässt sich diese Entscheidung folgendermaßen begründen:

  • Autorintention: wir können davon ausgehen, dass Humboldt sich sehr wohl seiner nachlässigen Schreibweise bewusst war, ihre Korrektur aber für die Alltagskommunikation oder rasche Notiz im Reisetagebuch als überflüssig erachtete. In Einzelfällen, wie etwa einem Brief an Kunth, lässt sich nachweisen, dass Humboldt die fehlenden Tremata selbst nachträglich ergänzte, um seinen (in diesem Fall: wichtigen) Briefinhalt auch zweifelsfrei zu kommunizieren.
  • Autorbild: führen wir eine transparente Normalisierung konsequent durch, so produzieren wir einen kritischen Text, der ein geradezu verzerrtes Humboldt-Bild erzeugt und in Gänze den Leseeindruck verzerren würde. Beispielhaft aufgezeigt zu bekommen, dass Humboldt im Alltag den „Konig zogern“ lässt, mag aufschlussreich sein. Auf Dauer aber und in der Menge, in der diese Nachlässigkeiten vorkommen, verzerrt es den Text.
  • Nicht eindeutige materielle Grundlage: zuweilen suggeriert das Schriftbild, dass Humboldt sehr wohl ein Trema gesetzt haben wird, es aber bei schneller Niederschrift oder abgenutzter Schreibfeder auch schlicht nicht zum (vollständigen) Abdruck des Zeichens kam. Der Brief an Meyen Anfang 1830 zeigt dies deutlich. Über „fur“ fehlt das Trema über „schone“ kann man es zumindest erahnen. Hier also „fur das schone“ zu transkribieren, verfälscht den Text mehr als es ihn diplomatisch wiedergibt.
  • Grenzen der diplomatischen Umschrift: würden wir unterscheiden, ob Tremata im Einzelfall gesetzt wurden oder nicht, müssten wir auch darüber nachdenken, fehlende i-Punkte, bzw. dokumentgetreu auszuzeichnen
  • Vergleichstexte: die Entscheidung, stillschweigend zu normalisieren, gilt für das Gros unserer Texte, d.h. für alle Texte auf der Auszeichnungsstufe 1 und 2. Beispielhaft werden wir aber einzelne Konvolute mit erhöhter Auszeichnungstiefe (Granularität) publizieren:
    • Kunth-Briefwechsel (Auszeichnungstiefe 3): hier werden alle fraglichen Stellen transparent normalisiert, auch wenn das den Konig zogern lässt.
    • Cuba-Manuskript (Auszeichnungstiefe 4): hier wird der Unterschied zwischen Befund (kritischer Text) und Deutung (Lesefassung) noch stärker ausgebaut. Kennzeichen dieser Auszeichnungsstufe sind: hoher Einsatz den Text ordnender Interpunktion, Normalisierung von Ortsnamen

Schreibgewohnheit, Normalisierung, Korrektur

Im editorischen Alltag ergeben sich zahlreiche Einzelfälle zwischen den Polen Schreibgewohnheit, (stillschweigender/expliziter) Normalisierung und dem korrigierenden Eingriff durch den Herausgeber.

Wir dokumentieren diese Grenzfälle an repräsentativen Beispielen in einer eigenen Liste (Ansicht hier ist mit Original-Excel-Datei verknüpft und kann über das Kontextmenü aktualisiert und bearbeitet werden):

�unable to handle Word object, possibly embedded spreadsheet or equation

Die Entscheidung basiert auf folgenden Richtlinien:

  • AvH Schreibgewohnheit:
    Humboldt schreibt mit hoher Konsistenz so, die Schreibweise ist ein Stilelement, das wir respektieren
  • Stillschweigende Normalisierung:
    diakritische Zeichen werden stillschweigend ergänzt
  • Explizite Normalisieriung:
    offener Entscheidungsraum zwischen 1 und 4
  • Korrektur durch Hrsg.
    offenkundige Fehler werden explizit korrigiert

Abkürzungen auflösen

Humboldt schreibt „Obs.“ statt „Observations“ (ART I, 1r)

<choice>
<abbr>Obs.</abbr>
<expan>Observations</expan>
</choice>

In der diplomatischen Umschrift werden die Abkürzungen belassen (häufige Beispiele u, n, p, v), in den Leseumschriften ausnahmslos aufgelöst (und, Nummer, page/pagina…, von), also auch heute gebräuchliche Abkürzungen wie Prof.=Professor.

Abkürzungen bei Orts- und Personennamen (Don Franc. Arango/S. Domingue/S. María del Rosario) werden ebenfalls aufgelöst.

Beziehen sich die Autoren auf Seitenzahlen in französischen und englischen Werken so ist p=page, in deutschen und lateinischen Werken p=pagina, in spanischen p=página usw.; auf diese Weise verfahren wir auch bei der Abkürzung von Nummern (no., No) in Adresszeilen, bzw. Maßangaben und Mengenwerten.

Abgekürzte Zahlenwerte werden aus arbeitsökonomischen Gründen nicht aufgelöst.

Abkürzung und Normalisierung

(gilt nur für Auszeichnungsstufe 3 und 4)

Im Zweifelsfall hat die Auszeichnung der Auflösung einer Abkürzung Vorrang vor einer möglichen Normalisierung! Das bedeutet: wir lösen auf und normalisieren, markieren aber nur die Auflösung.

In dem Fall Humboldt schreibt „Emers.“ statt „Émersion“ (ART I, 1r) lösen wir also die Abkürzung auf und normalisieren.

<choice>
<abbr>Emers.</abbr>
<expan>Émersion</expan>
</choice>

Sonderfall u/und

Falls eine d-Oberlänge erkennbar ist, wird der Buchstabe als „und“ gelesen, es handelt sich dann nicht um eine Abkürzung, selbst wenn eigentlich nur ein großer Bogen zu erkennen ist (siehe RST).

Fall 1

ein thätiger u

ein thätiger
<choice>
<abbr>u</abbr>
<expan>und</expan>
</choice>

Fall 2

Rose und

Rose und

Kürzel vs. Abkürzung und Schreibgewohnheit

In der Unterscheidung zwischen Kürzeln, Abkürzungen und Humboldt‘scher Schreibgewohnheit (AvH) gibt es Sonderfälle, die im Folgenden einzeln aufgelistet sind.

Allgemeine Regel: wir lösen Kürzel stillschweigend auf, Abkürzungen aber nicht. Eine Ausnahme: das Kürzel für Reichsthaler behandeln als Abkürzung („r.“) und lösen entsprechend auf (über <choice>).

Typ kritisch Lesefassung Befund
Kürzel Herr/Herrn Herr/Herrn
Abkürzung Prof. Dr./D. Professor Doktor
AvH ich ich
Abkürzung Ew Euer, Eure
(Ewer, Ewre)
Kürzel Wohlgeboren/er/e Wohlgeboren/er/e
Kürzel sich sich

 
 [Schließen]

Kürzel den den
Abkürzung usw./etc./&c./&/ca.

usw./etc./&c./&/ca.

Abkürzung c. à. d. c’est-à-dire
Abkürzungen Nr./no./No./n./n [jeweils auflösen]
Abkürzungen z.B./i.e. [jeweils auflösen]
Sonderkürzel r. Reichsthaler
Sonderkürzel gr. Groschen

Abbildung 13: Groschenkürzel, H an Willdenow, Aranjuez, 20.04.1799

Sonderkürzel lb

livres

(oder dt.: Pfund)

Es gibt daher auch Fälle, in denen Kürzel und Abkürzungen gemeinsam auftreten. Hier gilt es darauf zu achten, das Kürzel in der Auszeichnung anders als die Abkürzungen zu behandeln:

Kritischer Text: als Herrn G. K R

Lesefassung: als Herrn Geheimen Kabinetts Rath

Als Herrn

<choice>
<abbr>G.</abbr>
<expan>Geheimen</expan>
</choice>

<choice>
<abbr>K</abbr>
<expan>Kabinetts</expan>
</choice>

<choice>
<abbr>R</abbr>
<expan>Rath</expan>
</choice>

Geminationsstriche

Wenn vorhanden, setzen wir den Geminationsstrich (auch Faulenzer- oder Verdoppelungsstrich), etwa bei

„…à midi com̅ence l'éruption des cendres…“.

Dafür markieren wir in der Autorenansicht den Buchstaben von links nach rechts und fügen wir dann im Menü Symbole einen Kürzungsstrich ein.

Fehlendes Wort oder Satzzeichen, durch Hg. ergänzt

Ergänzung von Interpunktion

Satzzeichen sollten sehr sparsam ergänzt werden und sollten dann eingesetzt werden, wenn sie deutlich die Lesbarkeit des Textes unterstützen, nicht aber bloß, weil es syntaktisch oder orthographisch angezeigt wäre.

Mya<supplied cert="high">,</supplied> Tellin<supplied cert="high">a</supplied>

Jenseits der Einzelentscheidung, die vor allem Kommata und Semikolon, in seltenen Fällen auch Doppelpunkte betreffen kann, gilt eine einfache Regel: Am Ende eines jeden syntaktisch vollständigen Satzes wird ein Punkt ergänzt. Dies dient v.a. der erhöhten Lesbarkeit des Textes in der Lesefassung. Die Ergänzung geschieht nie stillschweigend, sondern mithilfe von <supplied/>.

…habe ich nichts mehr als ich Ihnen
mittheilte<supplied cert="high">.</supplied>

Sonderfall: Fragezeichen oder Punkt ergänzen?

Ein Brief von Humboldt an Meyen (Anfang 1830) endet mit dem Satz

Wollen Sie nicht beiliegende französische Bücher, die ich eben von Paris bekomme, durchsehen und medizinischen Freunden schenken

Sätze wie dieser sind Einzelfallentscheidungen, denn zwei Optionen sind möglich:

Fragezeichen am Ende des Satzes (es ist eine offene Frage):

schenken<supplied cert="high">?</supplied>

Punkt am Ende des Satzes (es ist keine Frage, sondern eine implizite Aufforderung):

schenken<supplied cert="high">.</supplied>

Argument für die Setzung eines Punktes: ein Fragezeichen suggeriert, wir würden den Fragecharakter des Satzes unterstreichen wollen, tatsächlich liegt der Gehalt unserer Entscheidung (Punkt) aber genau darin aufzuzeigen, dass es sich nicht um eine Frage handelt, sondern um ein rhetorisches Stilmittel, das eine klare Aufforderung für Meyen enthält.

Ergänzung von Buchstaben

Die Ergänzung auf Buchstabeneben ergibt sich aus dem jeweiligen Kontext. Sie ist überflüssig bei Personen- oder Ortsnamen, da wir ja hier stets auf den normierten Eintrag im Register verweisen. Wenn ein Buchstabe ergänzt wird (wie im Textbeispiel zu Abb. 11), dann ist abzuwägen zwischen einer Ergänzung und einer Korrektur des gesamten Wortes. Gerade am Wortende ist die Ergänzung des einzelnen Buchstaben zu bevorzugen:

Tellin<supplied cert="high">a</supplied>

Ergänzung von Wörtern

Wörter sollten ergänzt werden, wenn das Satzgefüge eine Vervollständigung offensichtlich macht. Ganze Wörter sollten mit Bedacht ergänzt werden, da sie einen starken Eingriff in die Textkonstitution darstellen.

Humboldt schreibt „Ich habe so eben ein sehr freundliches Antwortschreiben von Minister Altenstein über Ihre Reise.“ (Meyen-Briefwechsel)

Ich habe so eben ein sehr freundliches Antwortschreiben von Minister Altenstein über Ihre Reise <supplied cert="high">erhalten</supplied>.

In Fällen wie diesen wird das Wort am Zeilenende ergänzt, auch wenn es faktisch nicht mehr in die Zeile passen würde. Wir setzen also keinen Zeilenumbruch.

Satzzeichen und grammatikalische Varianz der Sprachen

Bei Doppelpunkten in mehrheitlich französischen Texten verzichten wir stillschweigend auf die Setzung eines Leerzeichens vor dem Doppelpunkt , Semikolon, Frage- oder Ausrufezeichen.

Eine Setzung suggeriert eine klar nachvollziehbare Schreibhandlung, die aufgrund des Schriftbildes aber nicht plausibel wäre. Darüber hinaus würden die häufigen Sprachwechsel bei Humboldt die „französische“ Kodierung unseres Textes erschweren und die Arbeit unnötig verkomplizieren.

Streichung eines überflüssigen Wortes durch den Bearbeiter

Noch kein Beispiel

Korrektur durch den Herausgeber

Humboldt schreibt „sebst“ statt „selbst“ (RST I, 7r)

<choice>
<sic>sebst</sic>
<corr cert="high">selbst</corr>
</choice>

Normalisierte Schreibung

(gilt nur für Auszeichnungsstufe 3 und 4)

Humboldt schreibt „degre“ statt „degré“ (RST I, 7r) oder „Konig“ statt „König“ (Kunth-Briefwechsel).

<choice>
<orig>degre</orig>
<reg cert="high">degré</reg>
</choice>

<choice>
<orig>Konig</orig>
<reg cert="high">König</reg>
</choice>

Da hier kein Fehler im engeren Sinne vorliegt, korrigieren wir nicht (<sic/ > <corr/>) sondern normalisieren die Schreibung.

Normalisierung kommentieren

(gilt für Auszeichnungsstufe 2)

In den seltenen Fällen, in denen sich aus der Vorlage nicht klären lässt, ob wir stillschweigend normalisieren können, weil eine intentionale oder anderweitig signifikante Abweichung möglich oder wahrscheinlich erscheint, sollte die Normalisierung (wie oben mit <choice/>) kenntlich gemacht. Da wir in vergleichbaren Fällen ja auf Auszeichnungsstufe 2 stillschweigend normalisieren, sollte die Kenntlichmachung kurz in einer Sachanmerkung begründet werden.

Stillschweigende Normalisierung bei Zahlenwerten

Bei der Auszeichnung von Zahlenwerten weichen wir in höherem Maße von der Manuskriptvorlage ab als wir dies bei jeglicher Art von Textphänomenen tun.

Im Fall der Nebenrechnungen übersetzen wir so gut als möglich in der Transkription das Schriftbild in die tatsächlich damit ausgedrückte Rechenoperation.

In Tabellen und Berechnungen setzt Humboldt unsystematisch Punkte und Kommata uneinheitlich (etwa um Dezimalstellen kenntlich zu machen). Hier erfolgt eine stillschweigende Vereinheitlichung nach dem Prinzip der Umgebungsangleichung, wobei im Zweifelsfall nach heute gängiger Schreibpraxis verfahren wird (Dezimalstellen werden mit Punkt kenntlich gemacht, Stellen „hinter dem Komma“ entsprechend mit einem Komma). Darüber hinaus vereinheitlichen wir die Schreibweise bei Messwerten im Sinne ihrer zu Humboldts Zeit konvetionalisierten Schreibweise.

Dies hat zur Folge, dass wir uns in der Arbeit an der Transkription der Messwerte auf die Kodierung der Zeichenabstände konzentrieren können und der Aufwand in der Bearbeitung insgesamt in einem akzeptablen Verhältnis zum Ergebnis steht.

Das Beispiel der Messung der Inklination (Nadel A, Nadel B, Mittel beider Nadeln) zeigt exemplarisch eine entsprechende Kodierung. Die Maßgabe der Kodierung war:

  • Abbildung : RST I, 5r (Webansicht der Kodierung)Zeichensetzung
    (Punkte, Kommata)
    normalisieren
  • Messwerteinheiten
    (Grad, Minuten)
    normalisieren
  • Zeichenabstände
    (Halbgeviertabstand und Leerzeichen) zwischen den Zahlen anpassen
  • Zahlenreihen ausrichten
    (Funktion „Ausrichtung ändern“)

Sachapparat

Sachanmerkung einfügen

Sachanmerkungen sollten möglichst kurz und kompakt, auf wesentliche Erläuterungen der Textstelle oder des größeren Textsegmentes, konzentriert sein. Durch Markierung des zu kommentierenden Textes kann der Editor festlegen, wieviel Manuskripttext (ein Wort, ein Satz, ein Absatz) kommentiert wird.

Sachanmerkungen enden grundsätzlich mit einem Punkt, auch wenn lediglich eine Quelle genannt wird („Vgl. Meyen 1834.“).

Auszeichnung von bibliographischen Angaben

Bei der Erwähnung von bibliographischen Angaben in einer Sachanmerkung müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Eintrag der bibliographischen Angabe in unserer Zotero-Datenbank
  • Vergabe eines Kurztitels
  • Angabe des Kurztitels in der Sachanmerkung nach dem Muster

    Humboldt 1826, II, 235
    [Kurztitel, Band, Seite]
  • Nur der Kurztitel wird mit dem Werktitel unserer Zotero-Datenbank ausgezeichnet

Die Punkte 1, 2 und 4 werden näher erläutert in der Datei „Redaktion des Werkregisters“.

Auszeichnung von Personen und Orten

Personen und Orte werden auch in Sachanmerkungen regulär ausgezeichnet, allerdings nur bei Ersterwähnung. Briefpartner und -Orte werden analog zur allgemeinen Regel für Briefe auch in Sachanmerkungen nicht ausgezeichnet. Im folgenden Kommentar aus dem Meyen-Briefwechsel etwa werden nicht Meyen und Humboldt, sehr wohl aber die anderen Angaben referenziert.

Meyen hatte sich offensichtlich als Begleiter für Humboldts Russlandreise beworben. Wie Humboldt acht Tage zuvor an Martius schrieb, wurde er mit „vielen ehrenvollen Anträgen […] aus allen Theilen Europa´s (seit 4 Monathen)“  bedrängt und war sich darüber klar, unfreundlich zu erscheinen. So war ihm u. a. Alexander Braun empfohlen worden, der gerade in Heidelberg sein Studium der Medizin und Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Botanik abgeschlossen hatte. Bemerkenswert ist, dass Humboldt die von ihm so erwünschte und ersehnte Russlandreise gegenüber Martius als „übrigens ziemlich unwichtige (…) Sommerreise nach dem Ural und Irtysch (nicht nach dem Caucasus)“ bezeichnete. Vgl. Alexander von Humboldt an einen Professor, vermutlich Carl Friedrich Philipp von Martius. Berlin, 03. März 1829.

Im folgenden Kommentar eines anderen Briefs an Meyen wird Rother nur bei der Ersterwähnung ausgezeichnet (analog zur Auszeichnung von Martius im vorhergehenden Beispiel). Bei Wilhelm von Humboldt wird in Abgrenzung zu seinem Bruder der Vor- und Nachname ausgezeichnet.

Alexander von Humboldt hatte wie sein Bruder Wilhelm von Humboldt ein langjähriges und gutes Verhältnis zu Christian Rother. So erhielt A. v. Humboldt beispielsweise für die Fertigstellung seines „Kosmos“ im Dezember 1846 ein Darlehen von 6000 Reichstalern. Vgl. GStA PK, I. HA, Rep. 109, Abt. B, Tit. X, Nr. 43, Bl. 2. Vgl. auch Petersdorff (1927), S. 202-203. A. v. Humboldt hatte Rother auch einen versiegelten Brief an den König übergeben, welcher erst nach seinem Tode ausgehändigt werden sollte.

Externe Quellen im Sachkommentar verlinken (Kalliope)

s. Link auf externe Webseite setzen

Verweise setzen

Verweisziel markieren

Um von einer Textstelle auf eine andere Textstelle verweisen zu können, muss das Verweisziel markiert werden. Hierzu einfach

  • Textstelle, die das Ziel des Verweises sein soll, markieren

  • Funktion in der Symbolleiste anklicken
  • Verweisziel erscheint als neuer Verweis in der Autoransicht

Verweis auf Brief oder Textstelle

Diese Funktion erlaubt, eine beliebige Textstelle mit einem bereits angelegten Verweis (s.o.) oder mit einem Brief zu verknüpfen.

  • Textstelle markieren und Funktion in der Symbolleiste anklicken
  • Im Auswahlmenü die korrekte Datei und Verweisstelle auswählen
    Wichtig: man kann nur Dateien oder in Dateien enthaltene Verweisziele auswählen, wenn diese gleichzeitig in Oxygen geöffnet sind!

Verweis auf Sachanmerkung

Diese Funktion erlaubt, eine beliebige Stelle im Text mit einer beliebigen Sachanmerkung zu verknüpfen.

  • Textstelle markieren und Funktion in der Symbolleiste anklicken
  • Vorauswahl (Datei/Anmerkungstext) über Filterfunktion treffen
  • Gewünschte Anmerkung auswählen und bestätigen

Link auf externe Webseite setzen

Diese Funktion sollte in erster Linie für den Verweis auf externe Primärquellen in unserem Sachkommentar eingesetzt werden. Externe Quellen sind solche, die wir nicht explizit in unserer eigenen Bibliographie erfassen. Dies gilt etwa für Quellen oder Dokumente, auf die Humboldt direkt verweist und deren Standort wir etwa über Kalliope nachweisen können.

Humboldt schreibt:

bekannt gemacht habe[,] steht
nichts davon, eben so wenig
in dem Briefe von Hall den
ich besize. Die lezten …

Der erwähnte Brief von Hall liegt in Kalliope als Eintrag und als Digitalisat vor unter der Adresse http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-1308253.

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Die Sachanmerkung sollte das verdeutlichen und die Originalquelle wenn möglich mit Signatur angegeben werden.

Sachanmerkung:

Halls Brief an Alexander von Humboldt vom 20. November 1831 befindet sich im Berliner Nachlass Alexander von Humboldts (Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz, Nachl. Alexander von Humboldt, gr. Kasten 8, Nr. 112/7).

Mit der Funktion „Link auf externe Webseite“ lässt sich dann abschließend der Link zu Kalliope einfügen.

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Datum einfügen <date>

Datumsangaben werden mit <date/> ausgezeichnet. Mit Hilfe der Attribute wird der in der Datumsangabe enthaltene Wert in normierter Form abgelegt und kann später vom Computer für verschiedene Zwecke weiterbenutzt werden (z.B. Suche in bestimmten Zeiträumen). Es stehen verschiedene Attribute zur Auswahl die die unterschiedlich genauen Datumsangaben wiedergeben können:

  • Genaue Datumsangabe
  • Zeitspanne (mit Angabe zur Wahrscheinlichkeit @cert)
  • Zeitraum (mit Angabe zur Wahrscheinlichkeit @cert)

Es ist jeweils zu eruieren, welcher Kalender – gregorianisch oder julianisch – in der Quelle verwendet wurde.

Abreise von Berlin d 12ten April 1829 11h Ab.

<date when="1829-04-12" calendar="#Gregorian">12ten April 1829</date>

Für die Umrechnung zwischen den Kalendern gibt es online verschiedene Hilfen, etwa http://www.ortelius.de/kalender/form_de2.php.

Zur Konvention bei der Angabe des Schreibdatums in Briefen s. unten.

Wie gehen wir mit Zeitangaben in Briefen um? Bsp. http://telotadev.bbaw.de/avhr/briefe/detail.xql?id=prov_iyf_3tp_25&view=k

Frage: Unterschied zwischen Datumszeile im Briefschluss und Zeitangaben im Fließtext. Das eine auszeichnen, das andere nicht?

Sprachwechsel kennzeichnen

Als Standartsprache ist Deutsch vorgegeben. Abweichungen auf Satz- oder Satzteilebene, bzw. bei einer Abfolge mehrerer Wörter zeichnen wir mit der jeweiligen Sprache aus.

Wir ignorieren den Sprachwechsel in folgenden Fällen:

  • Auf Wortebene und bei Eigennamen

das Anschreiben des Conseiller d' Etat Comte Réal aus dem Sie sehen

  • Auf Briefumschlägen
  • Bei lateinischen und griechischen oder sonstigen fremdsprachigen (Fach-)begriffen (oft eingedeutscht – Rosaceae = Rosaceen)

Schriftwechsel

Muss noch entwickelt werden

Bei Schriftwechsel gibt es zwei Kriterien, die erfasst werden

  • Tinte vs. Bleistift wird derzeit nicht erfasst
    (aber keine unterschiedlichen Tinten)
  • AvH-Hand vs. fremde Hand
    (Personenzuordnung bei fremder Hand mit cert-Attribut "high" und "low")

Namen kennzeichnen

Derzeit verwenden wir ausschließlich die Funktion „Namen kennzeichnen“.

„Kennzeichnen“ bedeutet: wir markieren den jeweiligen Eintrag und verbinden ihn über die Funktion „Namen kennzeichnen“ mit einem spezifischen Eintrag im Personen-, Orts- oder Einrichtungsregister.

Wichtig: Um einen Namen korrekt zu kennzeichnen muss sichergestellt sein, dass der jeweilige Registereintrag eindeutig ist, es also keine Dubletten zur selben Person/Ort/etc. an anderen Stellen des Registers gibt. Die Kennzeichnung eines Namens sollte also immer verbunden werden mit einer kurzen redaktionellen Überprüfung des jeweiligen Registereintrags.

Das Register zu Sachbegriffen ist derzeit noch in der Entwicklung.

Kennzeichnen von Personen- und Ortsnamen

Personen- und Ortsnamen sowie Werktitel kennzeichnen wir konsequent in allen Textsorten (Tagebüchern, Nachlassmanuskripten, Briefen). Wir zeichnen also alle Instanzen aus, in denen Person, Ort oder Werk genannt werden. Bei Sachkommentaren gilt hingegen die Regel: Auszeichnung bei Ersterwähnung (s. oben).

Funktionsbezeichnungen ohne direkte Namensnennung werden ausgezeichnet („in der Umgebung des Königs [FW III]“). Wenn eine Funktion, ein Titel, eine Anrede und ein Name ausgezeichnet werden können, reicht für gewöhnlich die kürzeste Variante (Auszeichnung des Namens). Der Umfang der Auszeichnung ist jedoch kontextabhängig zu entscheiden. Es sind also, je nach Textrelevanz und/oder Redesituation unterschiedliche Lösungen möglich.

Sprechende Beispiele für Auszeichnung

Referenzen auf der Ebene von Pronomina („seine“, „ihre“) oder Deiktika („dieser“, „jener“, „hier“, „dort“) werden nicht ausgezeichnet.

Die Erwähnung der Korrespondenzpartner und Schreib-, bzw. Empfangsorte im editorischen Sachkommentar sowie im Brieftext selbst werden nicht ausgezeichnet („AHumboldt“ als Signatur eines Humboldt-Briefes, „mein lieber Kunth“ als Teil der Anrede, „Berlin“ als Teil der Datumszeile im Briefschluss oder -anfang).

Keine Anpassung der Schreibweise des Textbefunds

Da wir Personen- und Ortsnamen grundsätzlich kennzeichnen, also mit einem Registereintrag versehen, in dem die geläufige sowie z.T. historisch valide Schreibweisen des Namens verzeichnet sind, normalisieren oder korrigieren wir im Manuskript die jeweilige Schreibweise nicht, sondern lassen sie ohne weitere Auszeichnung oder Kommentierung stehen. Einzige Ausnahme bilden abgekürzte Personen- oder Ortsnamen, die wir wie üblich ausschreiben.

Mehrfachauszeichnungen

Da eine gleichzeitige Auszeichnung mehrerer Personen nicht möglich ist („mit allen Kindern“, „Grüßen Sie Forsters“), werden die betreffenden Personen stattdessen in einer Sachanmerkung einzeln aufgelöst und dort gekennzeichnet.

Weitere Auszeichnungen

Nebenrechnungen

In der Texterfassung weichen wir bei Nebenrechnungen vom Schriftbild der Vorlage ab und konzentrieren uns auf die Wiedergabe der Rechenoperation.

Formal behandeln wir Nebenrechnungen als Anmerkung des Autors.

  • Anmerkung einfügen mit Angaben zum Ort und Schreiber der Anmerkung
  • Anmerkung als Nebenrechnung bestimmen, entweder über
    • Menüpunkt „Reisetagebücher“ > „Anmerkung ist Nebenrechnung“
      oder über
    • das Tastaturkürzel Alt+N

Im Folgenden werden die Zahlenwerte und mathematischen Operationen (Addition, Substraktion, Multiplikation, Division, Summe über die entsprechenden Stellen im Menüpunkt eingegeben oder über die entsprechenden Tastaturkürzel (Alt+NumPad +, Alt+NumPad - usw.).

Maßangaben

Maßangaben im Text zeichnen wir aus, in dem wir über die entsprechende Funktion den Wert und die Maßeinheit bestimmen.

Beispiel „16° Réaumur“

  • Maßangabe im Manuskript markieren
  • Menüpunkt „Sonstiges > Maßangabe“
  • Angabe des Messwerts und der Messeinheit

Der Wert ist nun eingetragen und mit dem entsprechenden Registereintrag zu Maßeinheiten (Verzeichnis „Register > Maße.xml“) verknüpft und wird in der richtigen Umrechnung auf der Webseite dargestellt.

Verweis-Siglum

Humboldt verwendet häufig lateinisch ausgeschriebene Großbuchstaben, um verschiedene Inhalte innerhalb eines Manuskripts oder über Manuskriptgrenzen hinweg miteinander in Beziehung zu setzen. Wir bezeichnen diese Buchstaben als Siglen, für die wir ein eigenes Siglenregister angelegt haben.

Damit ein Siglum im Manuskript richtig ausgezeichnet werden kann, muss ein entsprechender Eintrag in der Registerdatei bereits vorliegen.

Siglum im Register anlegen

Die Datei „Verweissiglen.xml“ im Verzeichnis „Register“ öffnen. Ein neues Siglum wird auf der Textebene direkt im XML-Code angelegt. Ein typischer Eintrag (<item/>) besteht aus drei Elementen:

  • eine eindeutige ID @xml:id
  • eine Kennzeichnung <label/>
  • eine Beschreibung <desc/>

<item xml:id="cuba_S">
<label>S (Kuba)</label>
<desc>Sigle S im Kubatagebuch</desc>
</item>

Soll ein Siglum ausgezeichnet werden, dass noch nicht im Siglenregister eingetragen ist, muss ein bestehender Eintrag (<item>…</item>) kopiert, neu eingefügt und entsprechend angepasst werden (ID, Kennzeichnung, Beschreibung).

Siglum in der Transkription auszeichnen

Liegt das auszuzeichnende Siglum bereits im Register vor, ist die Kodierung in der Transkription sehr einfach.

  • Siglum markieren (hier „T“)
  • Funktion „Verweis-Siglum“ aufrufen

  • Registereintrag auswählen

Brieferschließung

Vergabe von Dateinamen

Die Dateinamen dienen in erster Linie unserer Orientierung bei der Arbeit in Oxygen, sollten aber dennoch einer stringenten Syntax folgen. Beispiele:

  • Briefe von Humboldt
    1829-03-11_a_Meyen.xml
  • Briefe an Humboldt
    1849-01-13_v_Kunth.xml
  • Briefe mit einer Datierung nach, bzw. vor einem Stichtag
    1845-12-06n_a_Kunth.xml
    1830-09-28v_a_Meyen.xml
  • Briefe mit unsicherer oder weitgehend unbekannter Datierung
    1828-00-00_a_Meyen.xml
    184x-00-00_a_Kunth.xml
  • Mehrere Briefe mit formal gleicher unbekannter Datierung
    1830-00-00_a_Meyen.xml
    1830-00-00_a_Meyen_1.xml
    1830-00-00_a_Meyen_2.xml

Dokumenttitel

Variante 1: Der Idealfall:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. Berlin, 17. Juli 1827. – Humboldt hat Schreibeort und Schreibedatum im Brief angegeben.

Variante 2: der (hoffentlich) häufigste Fall:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Mittwoch, [17. Juli 1827] – Humboldt hat nur den Wochentag angegeben (z. B. „Mittwochabend“), das exakte Schreibedatum konnte jedoch ermittelt werden. Besteht Unsicherheit ob Humboldt in Potsdam oder Berlin geschrieben hat, wird Berlin in eckigen Klammern angegeben.

Die folgenden Varianten ergeben sich jeweils aus dem Erschließungskontext, hier sollte die Wahrscheinlichkeit und (leider auch) Vorläufigkeit der Datierung transparent gemacht werden

Variante 3:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin, nach 17. Juli 1827] – Humboldt antwortet beispielsweise auf einen Brief Kunths vom 17.7.1827. Da kein Wochentag angegeben ist, ist eine annähernde Datierung nicht möglich

Variante 4:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Mittwoch [wohl Juli 1827 / wohl um 1827/vor 1829]

Variante 5:

Alexander von Humboldt an Carl Sigismund Kunth. [Berlin], Mittwoch, [nach 17. Juli 1827, vor 25. August 1828] – Beispiel: Humboldt bezieht sich im Brief auf einen Sachverhalt, der auf den 17.7.27 datiert werden konnte. Kunth antwortet auf den hier wiedergegebenen Brief Humboldts am 25. August 1828.

Die Varianten 2–5 werden jeweils in knappen Sachanmerkungen erläutert.

Textanordnung

Adresszeilen werden unter den Brief ggf. unter Angabe der Folio-Nummer gesetzt, siehe Schleiermacher-Richtlinien, S. 32. (wie funktioniert das?)

Schreibdatum <date/>

Über das Menü „Briefe“ kann

  • Ein genaues Schreibdatum
  • Ein genauer Schreibzeitraum, oder
  • Ein ungefährer Schreibzeitraum

angegeben werden. Die sicher häufigsten Fällen sind 1 und 3. In den Fällen 2 und 3 müssen wir Angaben zu „Nicht vor“ und „Nicht nach“ machen. Für den Fall 3 - ungefährer Schreibzeitraum – verwenden wir folgende Konvention:

  • „wohl um 1828“/“im Jahr 1828“
    wir geben an: das ganze Jahr

<date notBefore="1828-01-01" notAfter="1828-12-31" cert="high"/>

  • „wohl Juli 1827“
    wir geben an: den ganzen Monat

<date notBefore="1827-07-01" notAfter="1827-07-31" cert="high"/>

  • “Anfang 1830”
    wir geben an: das erste Jahresviertel

<date notBefore="1830-01-01" notAfter="1830-03-31" cert="high"/>

  • „vor 28. September 1830“ / „vor 1829“ / „nach 22. April 1832“
    Begründete Einzelfallentscheidung, da ungenaue Datierungen wie diese von sehr verschiedenen Faktoren, etwa dem möglichen zeitlichen Umfang der Korrespondenz oder den Lebens- und Wirkungsdaten der Korrespondenzpartner, abhängen.

Anrede <salute/>

Die Anrede wird nur in eindeutigen Fällen als solche ausgezeichnet.

Der Schreibakt

Der Briefinhalt wird innerhalb des Elements <div type=“Schreibakt“/> erfasst und steht meistens alleine. Das ist dann der Fall, wenn der Brief im Großen und Ganzen „in einem Zug“ vom Verfasser geschrieben wurde. Innerhalb eines Schreibaktes, d.h. eines div-Elements, können ein Briefanfang <opener/>, ein Briefschluss <closer/> sowie unbegrenzt viele Absätze <p/> vorkommen.

Neuen Schreibakt beginnen

Es kann aber auch vorkommen, dass der Brief liegen gelassen und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt wurde. In diesem Fall wird ein weiterer Schreibakt im Menü Brief über die Funktion „Neuen Schreibakt beginnen“ gesetzt und kodiert als <div type=“Schreibakt“ n=“2“/>. Das Attribut @n steht in diesem Fall für die Nummer des Schreibaktes.

Postskriptum

Ein kürzerer Nachsatz sollte mit <postscript/> dem Schreibakt nachgestellt werden. Innerhalb von <postscript/> muss – wie bei <div/> – ein Absatz <p/> gesetzt werden.

<closer>

<signed>Ihr
<lb/>AlHumboldt</signed>
<dateline>Sonnabends</dateline>
</closer>

</div>

<postscript>
<p> Ich rathe Ihnen sehr
<lb/>gleich selbst noch ein
<lb/>mal an den Minister …

In der Autoransicht ist im Menü Briefe ein entsprechender Punkt vorhanden, der auch gleichzeitig ein <p/> mit einfügt.

Regest

Überlieferte Briefe werden aufgenommen, wenn ungefährer Schreibzeitraum und zumindest Teile des Inhalts überliefert sind (erschlossene Briefe).

Bsp.: „Bittet um Nachricht über den Gesundheitszustand Ehrenfried von Willichs. Vgl. Brief XYZ“

Briefe, deren Existenz lediglich durch Erwähnung, zum Beispiel in einem Antwortschreiben, bekannt ist, werden nicht gesondert als Regest aufgeführt. Hier sollte in einer Sachanmerkung klargestellt werden, dass über den Verbleib dieses Briefes bislang nichts bekannt ist.

Bei der Überlieferung von Briefen (auch allen anderen Dokumenten) werden nur die bekannten Drucke oder nicht gedruckte Abschriften verzeichnet, nicht aber Teildrucke und Zitate. Ausnahme: außer Teildrucken liegt keine andere Druckquelle/Überlieferung/Textzeuge vor.

Tagebücher

Abschnitt mit Kategorisierung

Derzeit zurückgestellt.

Typisierung eines Abschnitts

Derzeit zurückgestellt.

Was zweichnen wir später aus?

  • Sprachwechsel im Text
  • Interne Verweise
  • Zeitangaben im Text (betrifft besonders die Tagebücher)
  • Ordnung der Textsegmente der Tagebücher nach Kategorien und Reiseetappen (<div/> @ana)
  • Die französischen Textpassagen werden in einem eigenen Arbeitsdurchlauf zum Schluss gegengelesen und auf Fehllesungen oder ausgebliebene Normalisierungen überprüft (wenn möglich durch einen externen Muttersprachler.